Wenn im Rührei die Eier fehlen! Klingt lustig - ist es aber gar nicht. Jo Failer, 51, hat Alzheimer-Frühform.

Shownotes

Im Supermarkt vergessen, was man eigentlich einkaufen wollte. Fragen vergessen, die man eigentlich Stars im Interview stellen wollte. Vergessen, was man am Vortag gemacht hat. Und das alles mit 51. Jo Failer war erfolgreicher Journalist, jettete zu Interviews mit Show- und Sportstars um die Welt. Irgendwann wurde alles immer schwerer. Erste Vermutung: Burn-Out, dann Depression. Bis klar wurde: Alzheimer-Frühform. Mit 51. Wie Jo, seine Familie und seine Freunde die Diagnose aufgenommen haben, wie er heute mit der Krankheit lebt - und warum eine Ananas eine grosse Rolle spielt - erzählt er in Folge 12 von Gschmeidig - der Mehr-als-Fußball-Podcast.

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00:00:10: Schmeidig, der mehr als Fußball Podcast mit Ralf Echsel und Taufi Khalil.

00:00:20: Herzlich willkommen zu Folge zwölf von Schmeiddig, Der Mehr-als-Fußball-Podcast auch heute wieder mit meiner Wenigkeit Ralf Exel?

00:00:29: Ja, mit mir mit Taufik Khalil!

00:00:31: Und es gibt Folgen die gehen unter die Haut und es gibt folgen... Die bleiben.

00:00:37: Heute ist so eine, die glaube ich beides schafft.

00:00:40: wir sprechen nämlich über Ein ganz wichtiges Thema, den viele gerne aus dem Weg gehen über Alzheimer.

00:00:49: Ein Thema das viel betrifft aber über das eben viel zu selten offen gesprochen wird.

00:00:54: und wir sprechen mit einem Mann der genau das tut, mit dem wir offen über dieses Thema sprechen.

00:01:00: Jo Pfeiler herzlich willkommen bei Geschmeidig!

00:01:03: Hallo ich freue mich sehr dass ich mit euch regen darf.

00:01:06: Ja, wir freuen uns sehr dass du mit uns redest.

00:01:08: Du hast ein Buch geschrieben neulich rausgebracht das sofort durch die Decke ging wie man so sagen kann.

00:01:14: das heißt ich denke nicht dran und hast über dein deine Geschichte geschrieben.

00:01:19: Du bist nämlich jetzt nicht der typische Alzheimer-Fall.

00:01:21: da geht man davon aus Opa und Oma haben irgendwann mal das Problem.

00:01:25: erste Frage nicht Wie alt bist du Jo?

00:01:27: Jetzt dreinfünfzig ja vor zwei Jahren die Diagnose bekommen.

00:01:30: und da ich bin nicht der Typische Falt man nennt es Frühdement Wenn man unter fünfundsechzig ist und eben nicht die alte Großtante oder der Opa ist, also das meine ich jetzt gar nicht so despektierlich.

00:01:42: Aber es tatsächlich eigentlich viel zu früh weil man einfach mitten im Leben schon ist.

00:01:47: Gibt's da Zahlen dass man sagen kann wie viele Menschen Frühdement erkranken?

00:01:53: Es sind ungefähr Ach, die schwanken immer so in Deutschland so um die hundert bis hundertzwanzig tausend.

00:02:00: Tatsächlich von insgesamt jetzt alzheimer Erkrankten sind glaube ich eins Komma acht Millionen Deutschland Die Alzheimer haben und davon eben Hundert bis Hundert zwanzig Tausend die Frühdemenz haben.

00:02:13: also weit unter fünfundsechzig auch sind

00:02:16: okay Und Du sprichst offen wir können heute mit dir offen über dieses Thema sprechen.

00:02:23: was glaube Ich?

00:02:24: Ich habe es ja gesagt, ein Thema ist wo man erst mal sagt hey Alzheimer.

00:02:28: Ach ich doch nicht.

00:02:30: aber es kann jeden treffen oder?

00:02:32: Es kann jeden treffen

00:02:33: und und

00:02:35: es muss gar nicht genetisch bedingt sein vererbt sein.

00:02:41: Es kommt plötzlich

00:02:42: und

00:02:43: da gibt es keinen Schutz davor.

00:02:45: Es kann insofern jeden treffen Weil die Erkrankung, so weiß ich das von Wissenschaftlern ist schon weit vorher auch im Körper, im Kopf.

00:02:56: Schon

00:02:56: zehn, zwanzig Jahre bevor man überhaupt

00:03:01: die ersten

00:03:01: Merkmale erkennt, Vergesslichkeit und eine Konversicherung noch drauf.

00:03:05: Und da baut sich diese Krankheit sehr früh im Leben schon oder die Krankheit nisst jetzt sich sehr früh am Kopf schon ein Und es gibt keinen Schutz davor.

00:03:15: Man kann nicht sagen, man lebt gesund, man ernährt sich gesund, hat soziale Kontakte und macht Sport.

00:03:20: Das sind ja diese drei wichtigen Dinge die für jeden gesunden und für jeden alzheimer Betroffenen gelten.

00:03:28: Man hat kein ... Wie du sagst?

00:03:29: Man kann sich nicht davor schützen!

00:03:38: Ich rede das auch für mich.

00:03:40: Ich überleg schon auch inzwischen, wie heißt der noch mal?

00:03:42: Und wo bad ist und so weiter... Ah da war fast jeder würde ich was sagen oder viele!

00:03:46: Wie wars bei

00:03:46: dir?!

00:03:47: Bekomme ich oft als Antwort.

00:03:49: Also einmal hat jemand gesagt, ich vergesse auch vieles.

00:03:53: wenn ich zum Kühlschrank gehe und den aufmache weiß ich nicht mehr was ich holen wollte bis er das Bier gesehen hat.

00:03:58: solche Antworten kommen vor allem von Männern Und es ist tatsächlich so viele haben Angst davor.

00:04:04: Ich

00:04:04: glaube jetzt nicht dass du Angst hast davor aber dieses leichte Vergessen war bei mir sehr oft der Fall.

00:04:11: Es ist dann immer

00:04:12: immer mehr geworden Und dann hat man am Anfang gesagt, typisches Burnout.

00:04:17: Ich habe es im Buch auch geschrieben.

00:04:18: Dann geht man

00:04:19: in

00:04:19: teure Hotels, macht ein Wellness-Programm

00:04:22: und versucht einen

00:04:23: Coach zu haben, der dich motiviert oder Yoga-Matte am Tegernsee ausbreiten und was für sich tun?

00:04:31: Das hat alles nichts gewirkt!

00:04:33: Und dann kam

00:04:35: halt die Diagnose Depressionen... Auch typisch als im Vorfeld von Alzheimer oder anders gesagt eine Depression kann sehr, sehr oft auch zu Alzheimer führen.

00:04:50: Aber ich bin wie gesagt kein Mediziner und ich hatte das Gefühl Ich habe keine Depressionen.

00:04:54: Ich hab einfach Im Laufe der Jahre also noch richtig in Beruf war Einfach viele Aussetzer gehabt.

00:05:03: Wortfindungsstörungen ist das eine des vergessenes das andere.

00:05:05: aber ein klassisches Beispiel was mir so einfällt.

00:05:09: Ich stand mit Marco Reus in Dortmund im Stadion, habe für SOS Kinderdorfer etwas gemacht und habe ihn ganz allein, ganz in Ruhe.

00:05:20: ein Interview im Stadeon

00:05:22: und die

00:05:24: Kamera geht an und ich habe keinen Ton rausbekommen.

00:05:27: Ich habe nicht gewusst, was ich machen soll und ich hab hunderte von Interviews gemacht.

00:05:31: Mir ist keine Frage eingefallen, mir ist auch nicht mal die Idee gekommen vom Zettel

00:05:35: abzulesen.".

00:05:37: Und das ist mir immer wieder passiert.

00:05:39: Typische Blackouts, wo man nicht aus Nervosität ... Ich hab Routine gehabt, kennt ihr ja auch, aber da war so was ein Loch da und es hat sich immer mehr vermehrt.

00:05:53: Dann hat meine Psychotherapeutin irgendwann mal gesagt, wir müssen jetzt tatsächlich ernsthaft über Alzheimer nachdenken

00:06:01: weil meine

00:06:01: Mutter das ja hatte.

00:06:03: Und dann kam eben diese Untersuchungen.

00:06:05: Die macht man nicht einfach nur so, weil die sehr aufwendig und teuer sind, da muss man gewisse Merkmale

00:06:11: schon vorweisen

00:06:12: – die hatte ich wohl schon.

00:06:16: Ist vielleicht ganz interessant, dich mal kurz vorzustellen.

00:06:21: Wir beide kennen uns schon ewig.

00:06:23: Ich habe am Bodensee gearbeitet damals bei einem kleinen Radiosender.

00:06:26: Du bei Radio Sieben eben auf der Ostalp glaube ich oder Westalp?

00:06:32: Was ist es?

00:06:32: Hilf mir Tutling?

00:06:33: Tutling war das

00:06:36: in Ulm überall ja!

00:06:37: Daher kennen wir uns schon sehr lange.

00:06:40: Du bist dann nach München gegangen.

00:06:41: Erzähl so ein bisschen, du hast auch hier eine Agentur gehabt.

00:06:44: Du hast mit vielen, weil du gerade Marco Reus schon mal hier nennst... Das trifft nicht jeder eben, Marco Reuss und steht mit ihm alleine da im Stadion.

00:06:54: Du hast einen dritten Job gehabt, der stressig war aber auch schön war.

00:06:57: Du bist durch die Welt geflogen erzählt so ein bisschen was hast du gemacht?

00:07:00: Also ich wollte

00:07:00: immer Sportreporter

00:07:01: werden wie du wahrscheinlich

00:07:03: und Ralf, du wolltest wahrscheinlich auch immer Sport...

00:07:05: Ganz

00:07:07: genau!

00:07:08: Und

00:07:09: deshalb bin ich dann damals vom Radio zu einem kleinen Fernsehsender am Bodensee Nach München gekommen zu Sat.EinsRan und durfte

00:07:18: da mein Traum verwirklichen,

00:07:19: war viel Reporter, war Sendungsmacher ein bisschen auch moderiert

00:07:23: nicht so groß wie du Ralf und auch nicht

00:07:26: so intensiv die Fußballbundesliga verfolgt wie du das ja machst Taufig.

00:07:31: Und dann habe ich nach ein paar Jahren mit zwei

00:07:34: Kollegen von dort eine Agentur

00:07:36: gegründet

00:07:37: Eine Kommunikationsagentur.

00:07:39: Wir haben ganz viele Interviews gemacht Mit prominenten Menschen einen wichtigen Menschen.

00:07:47: Ihr habt mich mal zu Heidi Klum nach Los Angeles geschickt, da habe ich für euch ein Job gemacht!

00:07:52: Ich weiß auch, er hat mich angerufen.

00:07:53: Hast du einen Visum für die USA?

00:07:56: Kannst du in vier Tagen in den USA fliegen?

00:07:58: Du musst Heidi Klumb treffen und ich so... Genau so was.

00:08:02: Ich weiß bis heute noch nicht, warum ich mich selbst...

00:08:05: Das wäre die Frage!

00:08:06: Vielleicht

00:08:06: wollte Heidi nicht mehr mit dir, keine Eichweißes nicht

00:08:08: mehr.

00:08:09: Aber es war eine schöne Zeit für dich damals?

00:08:12: Keine schlechte Zeit ja, nee-nee aber du hast eben viel mit wie sagt man branded Content, ihr habt viel gemacht für große Firmen Adidas McDonald's und alle möglichen Ja

00:08:22: genau und dadurch viel

00:08:24: rumgereist, viele erlebt, viele Menschen kennengelernt und die ganze Welt auch bestaunen dürfen.

00:08:29: Und das war für mich wie auf so einer Wolke zu schweben.

00:08:32: Ich habe einfach Spaß am Job gehabt

00:08:34: und durfte

00:08:35: viel reisen, aber dann gemerkt nach dreizehn-vierzehn Jahren ist es jetzt sechs bis sieben Jahre her gemerkt, dass mir vieles zu viel wird und dass es nicht mehr so flutscht, wie es immer war.

00:08:51: ich dachte

00:08:52: ja gut man wird älter

00:08:53: und man ist

00:08:54: nicht mehr der jüngste

00:08:55: junge Nachwuchsreporter

00:08:57: kommen Aber ich habe dann halt wirklich gemerkt, dass es mühsamer geworden ist.

00:09:02: Dann

00:09:03: bin ich raus aus meiner

00:09:05: eigenen Agentur und

00:09:08: hab aber gemerkt als Selbstständiger ist das auch schwierig.

00:09:12: Ich habe dann viel für Porsche gemacht,

00:09:14: Filme

00:09:15: und Interviews, aber ich habe gemerkt ,dass alles schwierig wird.

00:09:20: Dann habe ich was ganz anderes angefangen

00:09:22: nämlich vor jetzt über

00:09:23: zwei Jahren eine Festanstaltung als Künstlervermittler in der Bundesagentur für Arbeit.

00:09:29: Vor

00:09:30: oder nach der Diagnose?

00:09:31: Die Diagnos war danach, also die Untersuchungen waren

00:09:34: schon im Laufen aber dann habe ich den Job angefangen

00:09:37: und drei vier Monate später kamen dann die Diagnese

00:09:40: und

00:09:41: es war so dass ich einfach

00:09:43: einen

00:09:43: ruhigen einen normalen Job gesucht hab bei dem man nicht immer so wie soll man das

00:09:50: beschreiben...

00:09:51: Absolut und der Strom steht, performen muss.

00:09:54: Ja wie ihr das ja täglich macht irgendwie.

00:09:57: Und so kam

00:09:58: dann

00:09:58: diese Festanstellung

00:10:01: und da

00:10:01: bin ich auch

00:10:02: noch.

00:10:02: aber merke

00:10:03: dass es immer schwerer wird zu arbeiten die Gedanken

00:10:09: zu haben und

00:10:11: Ideen zu haben, die Kreativität Das ist alles nicht so einfach geworden.

00:10:18: Was mich interessiert oder was ich merke

00:10:20: gerade

00:10:21: Da sitzen zwei

00:10:23: Männer mir gegenüber,

00:10:25: die mitten im Leben stehen.

00:10:27: Es ist für mich eine große Ausnahme das ich über dieses Thema mit zwei Mannansprecher übrigens.

00:10:32: Ich habe mir heute morgen

00:10:33: gedacht es scheint als Journalistenseite eher so ein weibliches Thema zu sein.

00:10:40: Ich hab bisher immer nur mit

00:10:41: Redakteurinnen oder Moderatorinnen

00:10:43: zu tun gehabt was weiß ich?

00:10:46: Für die Süddeutsche, für die Zeit oder für die Bild am Sonntag aber auch im Fernsehen.

00:10:51: und da hat man gedacht Vielleicht ist diese Alzheimer-Geschichte eher so ein Thema, was

00:10:58: Frauen auch

00:10:59: mehr interessiert.

00:11:00: Übrigens die Statistik sagt bei Alzheimer auch das von all den alzheimer Erkrankten zwei Drittel Frauen sind

00:11:07: und

00:11:07: nur einen Drittel Männer.

00:11:08: liegt aber vielleicht auch daran dass Frauen älter werden

00:11:12: und dass

00:11:12: ja meistens eine Alterskrankheit ist?

00:11:14: Ich glaube es liegt eher daran, dass es wir Männer... ich spreche jetzt mal gerade raus, dass die Männer einfach viel zu verschiss vor dem Thema haben.

00:11:20: Ich glaube Frauen reden mehr darüber, Männer sind ja immer stark.

00:11:23: Männer sind hier immer toll und ein Thema wie du jetzt da zu sitzen sagst Mensch ich hatte eine tolle Karriere.

00:11:28: plötzlich war da was und es wird immer schwieriger.

00:11:31: das ist schwierig glaub ich.

00:11:33: für dich drüber zu reden.

00:11:34: ich finde das super.

00:11:37: Aber ich glaube für Männer, die sitzen lieber am Bier-Tisch und sagen... Die

00:11:39: verdrängen halt?

00:11:40: Ja, die verdrängen.

00:11:41: Absolut!

00:11:41: Ich glaube das ist das Thema.

00:11:42: Es ist interessant

00:11:43: auch, dass sich jetzt mal die Männer zu hören von euch

00:11:45: z.B.,

00:11:46: ihr seid mitten im Leben ...

00:11:47: Ich bin stark

00:11:48: nirgendwo an mich kommt so was doch nicht ran.

00:11:50: Also ich kann mich nicht erinnern oder das liegt da der dritte Marsbier von gestern Abend ja aber doch nicht einer Krankheit.

00:11:57: Ja also es ist interessant.

00:11:59: trotzdem bei Lesungen, die ich habe,

00:12:00: da sind tatsächlich

00:12:01: siebzig, achtzig Prozent Frauen.

00:12:04: Männer beschäftigen sich mit dieser Krankheit Wahrscheinlich nicht so gerne.

00:12:07: Und soll es uns eigentlich tun?

00:12:10: Wir haben immer bei uns und wir haben uns überlegt, wird das ein anderes Gespräch als sonst, als wenn da ein Vasi sitzt oder einen Willi Aster oder wer... Wie wird das gesprechen?

00:12:19: Wenn wir über so ein ernstes Thema sprechen, aber wir machen das einfach wie sonst auch mal!

00:12:23: Wir haben unsere Aufwärmrunde wobei nach zwölf Minuten Gesprächen kommen jetzt mit der aufwärmen Runde daher.

00:12:30: Da stellen wir immer so ein paar Fragen entweder oder und das machen wir jetzt mit dir einfach ganz genauso.

00:12:35: Unsere Hopp- oder Top Rubrik und wir fangen einfach mal an Vergangenheit oder Gegenwart?

00:12:42: Gegenwart.

00:12:43: Jetzt muss ich es erklären, oder?

00:12:45: Musst

00:12:45: du nicht!

00:12:45: Also

00:12:45: ich mache das sehr gerne weil das ein ganz wichtiger Punkt ist.

00:12:50: Ich lebe nur noch in der Gegenwart Und das merke ich dass der Unterschied zu früher Ich weiß nicht mehr was gestern war tatsächlich

00:12:59: und kann auch nicht mir

00:13:01: vorstellen was morgen is.

00:13:03: man

00:13:05: Die Welt wird irgendwie kleiner im Kopf

00:13:08: und

00:13:08: man ist aber präsenter hier und jetzt.

00:13:12: Und ich merke, dass es keinen links-und rechts mehr gibt, kein

00:13:16: früher

00:13:17: oder was wird kommen?

00:13:18: Sondern bin total

00:13:20: fokussiert auf die Gegenwart!

00:13:22: Aber Jo, wenn du jetzt sagst... Ich weiß nicht mehr, was gestern war ... Also meinst du das jetzt wirklich?

00:13:27: Wortwörtlich, dass du nicht weißt was gestern war.

00:13:30: Mir aber all die anderen Geschichten erzählen kannst über uns von früher.

00:13:35: Du weißt, was vorgestern war, wenn nicht was gesternt war.

00:13:38: ist das

00:13:39: so?

00:13:40: Ich weiß ich war gestern in Berlin beim

00:13:45: Morgenmagazin

00:13:46: Aber ich weiß nicht mehr wie ich... Wenn ich jetzt direkt was danach oder davor sind solche Highlights, die ich mir natürlich merken kann Aber mir rutscht

00:13:56: dann trotzdem viel

00:13:57: raus in den Gedanken.

00:13:59: Wie bin ich hergekommen?

00:14:02: Was war da bei der Reise,

00:14:05: wo hab' ich übernachtet

00:14:06: ... All diese Sachen muss ich echt extrem nachdenken bis es mir in den Kopf kommt.

00:14:10: und solcher Heil.

00:14:11: Ich wusste nicht dass wir im Jahr zwei Tausend Acht dich angerufen haben das du mit Heidi Glum ein Interview machen sollst.

00:14:17: Da

00:14:18: werde ich mich für immer erinnern an Heidi Glom zwischen den Müllkontänern in Los Angeles.

00:14:22: Also ist es schon so, dass sich mich an Sachen Erinnere,

00:14:25: aber ich glaube nicht

00:14:28: so wie ich es mal konnte.

00:14:31: Also das merke ich total.

00:14:33: Ja deshalb mehr Gegenwart jetzt.

00:14:36: Nächste Fahre wir dann Kontrolle oder loslassen?

00:14:41: Loslassen!

00:14:45: Ich habe...ich merke dass ich

00:14:48: bin ja

00:14:50: auch in der Öffentlichkeit mit dieser Diagnose oder wenn ich jetzt zum Beispiel mit den Kindern einkaufen gehe und beim Bäcker bin, und ich nicht weiß

00:15:01: wie

00:15:02: die Semmel heißt.

00:15:04: Das ist mir egal irgendwie... Ich kann damit oben gehen!

00:15:08: Das war am Anfang

00:15:09: schwierig und ich weiß

00:15:10: von vielen anderen dass sie eine große Scham

00:15:12: haben

00:15:13: weil ihnen in bestimmten Momenten die Bedeutung oder das Wort fehlt.

00:15:21: Das fehlt, was sie machen wollten.

00:15:23: Das habe ich total... das ist bei mir gar

00:15:25: nicht drin.

00:15:26: Es ist mir völlig wurscht ob andere denken

00:15:29: wo hat auch oft an der

00:15:31: Supermarktkasse wenn ich Geldbeutel oder die Karte das dauert halt

00:15:37: und ich riech mich auf

00:15:39: wenn es

00:15:39: vor mir lange dauert.

00:15:41: aber

00:15:41: wenn ich dann dran bin und

00:15:42: halt nicht dass das mir wursacht irgendwie.

00:15:45: Du beschreibst in deinem Buch Einige Szenen, wo eben sowas passiert ist immer wieder mal.

00:15:52: Gibt es da ein Beispiel konkret?

00:15:55: Was dir einfällt, wo du sagen kannst das war besonders strange, wo dann vielleicht auch die Reaktion auf der anderen Seite ein bisschen komisch war

00:16:04: muss ich kurz nachdenken.

00:16:08: Ja, so eine Supermarkt-Situation.

00:16:10: Ich habe es glaube ich im Buch nicht ganz genau beschrieben.

00:16:12: Wir haben mit dieser Ananas beschrieben...

00:16:15: Die steht

00:16:15: hier auf dem Tisch zeigt die mal!

00:16:16: Guck mal wir haben sogar eine Ananas hier, die hat er extra auf den Tisch gestellt weil die Ananas kommt auch im Buch vor.

00:16:21: Also ist wirklich so dass sich immer

00:16:24: Obst

00:16:24: und Gemüse sind am Anfang

00:16:26: im Supermarkt,

00:16:27: dass ich immer erst jetzt auch

00:16:29: noch

00:16:29: zur Ananas gehe und sie streichel.

00:16:32: Und da habe ich damals einfach die Ananas in die Hand genommen

00:16:36: und hab

00:16:36: mit ihr geredet weil ich wirklich

00:16:38: nicht wusste Gott was

00:16:38: will ich hier eigentlich?

00:16:40: Das habe ich im Buch beschrieben ein kleines Kind beobachtet.

00:16:43: Auch eine ältere Frau

00:16:47: Und das

00:16:47: fand ich so spannend.

00:16:49: Die Mutter hat

00:16:49: dann von dem

00:16:50: Kind das Kind weggezogen und die ältere Frau hat

00:16:53: an

00:16:53: der Ananas oder

00:16:54: Tomaten, ich weiß nicht mehr genau gestreichelt

00:16:56: und

00:16:56: überprüft

00:16:57: ob sie wirklich reden kann mit mir.

00:17:00: Das war ein lustiger Moment

00:17:02: aber

00:17:03: der Hintergrund ist...

00:17:06: brutaler Moment, weil ich wirklich

00:17:08: verzweifelt

00:17:08: war und einfach

00:17:09: reingegangen bin.

00:17:10: Ich wusste nicht was in diesem Laden suche!

00:17:13: Und was mir noch

00:17:14: anfällt, weil meine Küche

00:17:15: da hinter euch ist... Das schreibe ich

00:17:19: auch im Buch.

00:17:20: Ich liebe

00:17:20: Rührei

00:17:22: und habe

00:17:22: immer die Ingredienzchen

00:17:26: für meine Eier

00:17:28: und hab das dann serviert

00:17:32: auf meinem Teller

00:17:34: Und hab's probiert und es hat komisch geschmeckt, weil ich

00:17:38: dann gemerkt

00:17:39: habe, dass ich die Eier vergessen hab.

00:17:41: Das ist übrigens ... Wenn ich diese Passage bei einer Lesung vorlese, lachen alle!

00:17:49: Es war gar nicht so gedacht, dass das ein lustiger Moment sein soll.

00:17:52: Das bin ich nur einmal passiert tatsächlich auch beim Kochen mit anderen Sachen.

00:17:59: Nudeln mit Pesto.

00:18:00: was gehört dazu?

00:18:01: Pesto Vergesse ich auch manchmal.

00:18:05: Also die

00:18:06: Menschen sehen das, lachen dann schmunzeln dann.

00:18:09: aber für mich ist es

00:18:10: eigentlich keine schöne

00:18:11: Situation.

00:18:12: Wobei du... Das muss man schon jetzt auch dazu sagen um die Menschen da ein bisschen Schutz zu nehmen.

00:18:17: Du das in deinem Buch auf eine sehr leichte lockere Art und Weise.

00:18:22: also du machst das mit einem ... mit einem zwingkanten Auge so ein bisschen, oder?

00:18:27: Mit dem Humor.

00:18:27: Das war dir wichtig in diesem Buch!

00:18:29: Das müssen wir mal wirklich auch ganz klar sagen... Ein Topbuch-Spiegelbestsellerliste.

00:18:34: Da reden wir nochmal drüber nachher aber ich denke nicht dran.

00:18:37: Toller Titel.

00:18:38: Du hast noch mehr Bücher schonmal in der Schublade liegen oder zumindest noch ein zweites.

00:18:43: Auch dazu später mehr.

00:18:44: Aber das Buch ist schon kein Buch kein schweres Alzheimer-Medizinbuch, sondern es ist einer der mit einem Augenzwinkern eine sehr ernste Situation beschreibt.

00:18:55: Taufig das ist schön dass du das so siehst ihr habt's ja beide gelesen.

00:18:59: auch

00:19:00: für mich ist einfach bei dem Buch

00:19:02: auch wichtig gewesen.

00:19:03: also ich hatte erst mal Bock zu schreiben und wollte mich

00:19:06: hatte halt die Gelegenheit

00:19:08: ein Verlag zu haben

00:19:09: relativ schnell und wollte halt

00:19:11: du kennst es selber Taufik bist er auch selber Bestsellerautor Respekt!

00:19:20: Und ich habe einfach Lust auf Schreiben gehabt

00:19:23: und wollte

00:19:23: halt, das wirklich steht ja drunter

00:19:26: unter

00:19:26: dem Titel ein Vermächtnis zu Lebzeiten.

00:19:29: Ich wollte meinen Kindern was dalassen.

00:19:34: Und die müssen Bock haben zu lesen.

00:19:36: Die Lesen sind zu jung aber wenn sie mal älter sind müssen sagen, das hat er geschrieben.

00:19:42: Wie toll!

00:19:43: Und deshalb bin kein Mediziner, kein Psychologe ich wollte einfach schön

00:19:47: schreiben und vielleicht auch ab

00:19:48: und zu mein Humor zeigen, die Gefühle auch zeigen dich habe und deshalb ist das Buch eher so ein, wie soll ich das formulieren?

00:20:00: Ein politischer Almanach wo man viel Hintergründiges erfährt

00:20:06: aber auch

00:20:06: viel Persönliches und auch viel mitnehmen kann, auch wenn man diese Krankheit nicht hat fürs Leben.

00:20:12: Das ist

00:20:12: dir sehr gut gelungen übrigens.

00:20:13: Danke!

00:20:17: Wir haben unsere nächste Frage Angst oder Vertrauen?

00:20:22: Angst.

00:20:25: Es klingt jetzt total doof aber ich kann mir selber gar nicht mehr so richtig vertrauen weil ich nicht weiß wie in manchen Situationen reagiere.

00:20:36: Da meine ich nicht, ob ich aggressiv oder nicht aggressiv bin

00:20:40: sondern

00:20:42: im Buch habe ich das ganz zum Schluss geschrieben.

00:20:44: Ich vermisse mich.

00:20:46: Finde ich ist der Satz der bei mir eine Gänsehaut ausgelöst.

00:20:51: Das ist der letzte Satz des Buches.

00:20:53: Ich hab das Buch vor ein paar Tagen sonntags morgens gelesen und danach habe je lange da gesessen dieses ich vermisse Mich hat mich absolut umgehauen.

00:21:02: Darf ich fragen, was da

00:21:03: warum das so war?

00:21:04: Warum dich das

00:21:05: so berührt.

00:21:06: Naja weil ich glaube das Wichtigste was wir Menschen ja haben ist ja es sind ja erst mal Wir unsere Erinnerungen Das was wir mitnehmen die Dinge auch auch wenn Ich jetzt mit meinen Kindern unterwegs bin Erinnerung schaffen und so weiter.

00:21:22: Und Wenn man das nicht mehr sich daran nicht erinnern Kann Wenn ich das vermissen würde würde ich ein Teil von mir vermissen.

00:21:31: Also So Ist Es Einfach Dass

00:21:32: Man.

00:21:34: Ich vermisse den alten Jo, der zu hundert Prozent da war und präsent.

00:21:38: Und das gibt es nicht mehr!

00:21:40: Es ist irgendwie komisch dass ich das sage und so intensiv mit euch reden kann.

00:21:45: aber es gibt halt diese wahnsinnigen leisen unsichtbaren Momente in

00:21:52: so einer Erkrankung im Verlauf wo man wirklich

00:21:55: da sitzt auf dem Sofa sitzt

00:21:58: und

00:21:59: nicht weiß was man eigentlich gerade tut

00:22:03: wo man ist und ob

00:22:04: heute Dienstag oder Donnerstag

00:22:06: ist, ob ich schon gefrühstückt habe oder Abendessen

00:22:09: muss.

00:22:10: Es ist einfach ganz komisch zu beschreiben.

00:22:12: Man is'

00:22:13: einfach

00:22:13: weg!

00:22:15: Und

00:22:15: dann vermisst man sich auch.

00:22:16: Dann iss ein Teil weg... Ich manchmal sage,

00:22:19: ich bin noch zu

00:22:20: siebzig, achtzig Prozent da und der Rest ist einfach nicht vorhanden.

00:22:25: Ich empfinde das oft so als als Nebelwand.

00:22:29: Du bist von

00:22:30: der Nebel

00:22:30: Wand und

00:22:31: weißt nicht, wo du hingehen sollst weil du orientierungslos bist.

00:22:37: Es

00:22:37: ist ganz wichtig für mich dass ich die Krankheit auch beschreibe damit die Menschen verstehen.

00:22:41: Ist es so interessant und so spannend das zu hören von dir?

00:22:44: So authentisch?

00:22:46: Aber das ist so verrückt für mich, weil ich kenne dich ja schon lange und habe dich hier in der Tür gesehen.

00:22:51: Wir sitzen hier also ich persönlich wenn wir sagen würdest hat er sich verändert?

00:22:56: Wenn meine Frau mich das später fragt würde ich sagen Also so mal offensichtlich würde ich jetzt, also so lange uns kein Rührei serviert ohne Rührei.

00:23:06: Würde ich jetzt nicht sagen dass sich bei ihm irgendwas verändert hat sondern für mich bist du auch mit diesem Humor und diesen wachen Blick und allem dergleiche Io den ich, die mich vor vierzig Jahren irgendwelche Geschichten am Bodensee verkauft hat.

00:23:22: Und der halt nach so

00:23:23: einem Gespräch

00:23:24: wie jetzt einfach da sitzt und leer ist, weil der Akku leer ist.

00:23:30: Und

00:23:35: das ist das Problem

00:23:38: dass man

00:23:39: mit dieser Krankheit sehr viel mit sich selber ausmachen muss was man gar nicht so

00:23:44: in der Öffentlichkeit wahrnimmt.

00:23:46: Früher habe ich,

00:23:47: also vor einem Jahr habe ich noch gedacht um.

00:23:48: wenn

00:23:48: jemand sagt man merkt es dir nicht an

00:23:50: hab ich gedacht ja

00:23:51: muss sie mich jetzt rechtfertigen für die Krankheit?

00:23:53: aber jetzt finde ich es toll wenn du das sagst

00:23:55: weil man hat auch

00:23:56: noch lichte Momente.

00:23:57: natürlich.

00:23:58: es ist nicht so dass ich, dass ich

00:24:01: dass

00:24:01: der Verlauf ist

00:24:02: noch in einer nicht mehr in

00:24:04: eine ganz frühen Phase

00:24:07: Und der Verlauf wird noch

00:24:09: viel, viel, schrecklicher.

00:24:12: Ich weiß nicht ob wir

00:24:12: da noch darüber reden aber...

00:24:14: Wenn du das ... Über alles?

00:24:15: Ich habe meine

00:24:16: Mutter erlebt

00:24:17: die

00:24:19: ist nicht schön.

00:24:21: Bevor man jetzt vielleicht dann gleich eine Sache noch, die wir immer fragen bevor ich es vergesse und das fragen wir auch natürlich den Jo.

00:24:28: Wir heißen ja Gschmeidig, der mehr als Fußball-Podcast.

00:24:30: Jetzt wird's wieder auf unseren Titel hin.

00:24:33: was ist denn für dich Gschmaidig?

00:24:35: Was bedeutet das

00:24:36: mit euch ganz lässig reden zu dürfen über früher, über jetzt authentisch zu

00:24:42: sein,

00:24:42: lässig zu

00:24:43: sein und Spaß

00:24:45: zu haben.

00:24:46: Das ist für mich geschmeidig.

00:24:48: Und

00:24:48: das habe ich gerade?

00:24:49: Das freut uns wahnsinnig!

00:24:51: Du hast gerade was mich so unglaublich interessiert, du hast deine Kinder angesprochen.

00:24:55: Ja.

00:24:55: Und du hast Kinder die noch nicht erwachsen sind, die eher klein sind... wie war das da, wie ist es da?

00:25:02: Also

00:25:03: im

00:25:03: Buch beschreibe ich auch so.

00:25:07: mein Sohn

00:25:08: Der sagt immer Alzenheimer.

00:25:10: Alsenheimer ist scheiße, wir kriegen das aber hin, sagt er.

00:25:14: Er sagt nicht alzheimer sondern alsenheimer

00:25:16: und ich empfinde

00:25:16: es so als kindlich schön

00:25:19: naiv und dann

00:25:21: fällt's einem nicht so schwer drüber zu reden.

00:25:23: Und

00:25:24: ja, er sagt es immer noch so

00:25:26: Die Kinder wissen dass sich...

00:25:28: Das was is mit mir?

00:25:29: Dass ich vieles vergesse.

00:25:33: Sie wissen natürlich nicht alles wie sich die Krankheit entwickelt.

00:25:38: Wir gehen da locker um

00:25:40: irgendwie

00:25:41: und die

00:25:43: helfen mir auch tatsächlich.

00:25:45: Jo, wenn man vorhin gesagt ist für mich bist du der alte Jo liegt vielleicht daran dass wir uns mit dieser Krankheit bisher alle nicht beschäftigt haben das Gefühl haben jemand der Alzheimer hat es immer einer der dütlich durch die Welt läuft und eben nix mehr hinkriegt.

00:26:00: aber als du losmarschiert bist dir diese Diagnose zu holen auf Betreiben, glaube ich von von von Ärzten und von deiner Therapeuten.

00:26:13: Man kann diese Krankheit nicht daran festmachen dass einer das Rührei im Rühreifer gist oder die Pesto in den Spaghetti-Pesto sondern das lässt sich durchaus medizinisch belegen.

00:26:25: du warst in Großhadern Du hast da Tests gemacht.

00:26:29: Vielleicht erklärst du das mal ganz kurz, dass man das auch wirklich Medizinisch belegen kann.

00:26:34: Das mit dem Gehirn sich was verändert und wie war das für dich als man dir das gesagt hat?

00:26:40: Das ist dieses berühmte Sportreporter-Frage.

00:26:43: Wie fühlen Sie sich jetzt?

00:26:44: Ja

00:26:45: also vielleicht deshalb zuerstes.

00:26:47: dann kannst mir nochmal nachhelfen

00:26:49: mit der anderen Frage

00:26:50: die

00:26:51: ich bin dahin mit meiner damaligen noch Frau und war mir,

00:26:55: habe das gar nicht im Kopf gehabt.

00:26:57: Dass ich dich Diagnose hat als Heimer tatsächlich

00:27:00: habe.".

00:27:00: Aber

00:27:00: du bist ja da hingegangen weil du einen Verdacht hatten?

00:27:03: Ich bin

00:27:03: untersucht worden

00:27:04: komme ich gleich drauf und dann haben die

00:27:06: mir gesagt kommen sie vorbei

00:27:07: wir haben Neuigkeiten oder ich

00:27:10: weiß nicht mehr was sie gesagt haben.

00:27:12: und ihr habt mir dann

00:27:13: gesagt dass ich Alzheimer hab

00:27:15: und ich habe war nicht vorbereitet

00:27:16: darauf.

00:27:17: ich habe

00:27:17: nie und nimmer daran gedacht

00:27:21: dass ich diese Erkrankung

00:27:22: haben kann, obwohl

00:27:23: sie meine Mutter auch hatte.

00:27:25: Es ist auch nicht genetisch belegt

00:27:27: und

00:27:27: bedingt bei mir

00:27:30: und habe gar

00:27:30: nicht daran gedacht – das

00:27:31: ist

00:27:34: den Moment

00:27:35: zu beschreiben.

00:27:36: Ich hab's im Buch.

00:27:37: aber

00:27:38: was für mich so einfällt ist du kriegst die Diagnose

00:27:43: Alzheimer Und dann

00:27:45: habe ich das Gefühl gehabt, ich werde aus so einem Hochhaus rausgeschmissen.

00:27:49: Fliege raus,

00:27:50: knall noch ein paar mal

00:27:51: gegen die Wand

00:27:51: und merke unten, oh!

00:27:53: Bin nur nicht aufgekommen – das

00:27:54: tut bestimmt gleich weh.

00:27:56: So ein Gefühl ist es.

00:27:57: Brutal, brutal, brutal.

00:28:00: Ich habe aber auch eine Erleichterung

00:28:04: gespürt, weil ich hab's hervorgesagt, ja oft gedacht habe,

00:28:09: ich habe

00:28:09: keine Depression oder kein Burnout, da ist was anderes richtige Diagnose.

00:28:16: Und jetzt

00:28:16: komme ich drauf, was du gefragt hast, taufig mit...

00:28:20: Wie man das zum Beispiel Bild geben würde.

00:28:21: oder was macht man da?

00:28:23: Also man macht

00:28:24: sogenannte Neuro.

00:28:25: Ich mache jetzt auch

00:28:26: die Tage wieder bei der DIAN-Studie mit, eine weltweite

00:28:31: Alzheimerstudie zwei Tage lang

00:28:33: in Großhadern, im Klinikum.

00:28:35: Da werden neurologische Tests gemacht.

00:28:38: also

00:28:38: typische Fragen auch diese berühmte Frage ich weiß nicht ob ihr die kennt mit der Uhr

00:28:42: mal mal eine Uhr auf und mal mal

00:28:45: drei Uhr

00:28:46: auf mit

00:28:48: zwei Zeigern.

00:28:49: das kann ich noch.

00:28:50: meine Mutter konnte das überhaupt nicht

00:28:52: als

00:28:52: man

00:28:52: dahin ist

00:28:54: sie untersucht hat.

00:28:56: Das ist wohl ein Parameter dass

00:28:58: eine

00:28:59: Alzheimerkrankung schon in Weitemstadion ist.

00:29:02: Es werden ganz viele Fragen gestellt, wie zum Beispiel mich da in die Tiefe gehen

00:29:07: kann.

00:29:07: Am Anfang

00:29:08: von so einem Test werden dir zehn Begriffe gesagt und du musst sie dann nachsagen Und dann musst du zahlen

00:29:14: rückwärts

00:29:15: und vorwärz Nachsagen

00:29:17: und

00:29:18: zwischenfragen

00:29:19: und nach fünf Minuten kommt wieder die Frage Kannst du mir nochmal die Begriffen von vorher noch nennen?

00:29:26: Also es sind ganz ausgetüftelte Tests die

00:29:28: gemacht werden.

00:29:30: Also das sind diese neurologischen Tests, aber was wichtig ist und was der schnellste, einfachste Test ist.

00:29:36: Es wird

00:29:36: ein Liquid

00:29:37: gemacht

00:29:38: in der Wirbelsäule, Flüssigkeit vom

00:29:41: Gehirn rausgezogen unten mit einem Liquid

00:29:45: – Ralf weiß was es ist!

00:29:48: Und daran

00:29:48: kann man schon sehr gut erkennen

00:29:50: ob eine

00:29:51: Tendenz zu Alzheimer ist oder nicht.

00:29:55: Und daraufhin werden dann

00:29:57: sogenannte

00:29:57: MRTs

00:29:58: gemacht.

00:29:59: Magnet,

00:30:00: Resonanz...

00:30:02: Therapie oder was?

00:30:03: Thermografie oder so was.

00:30:06: Und da wird dann genau hingeguckt.

00:30:08: Zwei verschiedene MRTs und das sieht man

00:30:12: auch im Gehirn,

00:30:14: dass sich etwas verändert im Vergleich zu einem normalen

00:30:16: Gehirnt.

00:30:18: Ich glaube, wenn man sieht diese Plachs, diese Amoleutablagerung

00:30:23: Kalk hat man früher

00:30:24: gesagt Und jetzt bin ich halt wieder dort jedes halbe Jahr und dann sieht man auch eine Veränderung, wie sich das dann verändert.

00:30:34: Ist

00:30:35: es fortschreitend?

00:30:36: Kann man das sehen, dass das fortschreibt oder ist stagniert das?

00:30:39: Oder ist die wichtigste Frage, die man jedes Mal hat, wie weit ist es schlechter geworden?

00:30:44: oder wie ist das wenn man da hingeht?

00:30:46: Also ich will es eigentlich gar nicht wissen aber sagen einem dann, dass es fortscheidend ist.

00:30:52: ja Ich weiß es jetzt noch nicht, die Untersuchung kommt.

00:30:56: Letzte Mal war's so

00:30:58: und

00:30:59: ja das sind so.

00:31:00: diese Grunde also MRT-Ligwurneurologische Tests, die gemacht werden.

00:31:05: Die

00:31:05: Ärzte haben wir bei dir, du beschreibst es auch ganz schön im Buch und hast gesagt der erste er hat gesagt oh der Terminkalender ist zu voll sie haben Stress gehen Sie mal Yoga machen am Tegernsee?

00:31:12: Du hast das vorhin schon beschrieben.

00:31:14: dann kam das Thema Depressionen, Depression müssen wir uns dagegen tun.

00:31:18: Bist du im Nachhinein, auch wenn man wahrscheinlich ja nichts ändern hätte können?

00:31:21: Aber vielleicht auf die Ärzte ein bisschen sauer.

00:31:24: oder sagst du sagen wir ich gehe da vom Ponzias zu Pilatus und jeder erzählt mir irgendwas anderes was gar nicht der Fall war.

00:31:31: Das ist eine gute Frage!

00:31:33: Im nachhineinen bin

00:31:34: ich froh dass ich eine echte Diagnose habe, die stimmt.

00:31:40: Ich weiß nicht, ob ich jetzt beim Hausarzt bin

00:31:43: vor fünf Jahren

00:31:44: und der sagt vielleicht haben sie Alzheimer.

00:31:46: Das ist auch immer ganz schwierig.

00:31:47: Ein Hausarz darf sich auch nicht zu weit rauslehnen

00:31:50: weil das ist ja

00:31:52: die bitteste aller Diagnosen die man in so einem Zusammenhang

00:31:56: bekommen kann.

00:31:59: Ich kann das gar nicht so richtig antworten.

00:32:02: wenn ich im Nachhinein

00:32:04: die Diagnose

00:32:05: früher bekommen hätte

00:32:06: wäre es vielleicht auch einfacher gewesen weil man, wie du sagst

00:32:10: von da nach da geht und

00:32:13: man sich trotzdem irgendwie nicht wohl fühlt.

00:32:16: Vielleicht gibt es vielen anderen auch so.

00:32:21: aber es ist schwierig

00:32:23: gleich mit dem Wort

00:32:24: Alzheimer beim Hausarzt um die Ecke zu kommen.

00:32:26: das macht wirklich Angst.

00:32:28: also ich weiß nicht wieso ich gehen

00:32:29: würde wenn ihr dreimal

00:32:30: das Bier

00:32:31: im Kühlschrank vergesst zu suchen ob der

00:32:33: Hausarz dann sagen soll lassen wir uns mal über Alzheimer

00:32:36: nachdenken.

00:32:37: Schwierig

00:32:38: Ja, also das ist wie gesagt.

00:32:40: Es ist ein Thema, den man sich glaube ich eher verschließen würde wenn man könnte weil man muss man ja klar sagen, wenn du eine Diagnose kriegst für einen Tumor oder irgendwas gegen ganz viele kannst du was tun bei Alzheimer... Ich weiß nicht viel lang ist es jetzt der Herr Alzheimer das entdeckt hat.

00:33:01: über hundert Jahre?

00:33:02: Kannste

00:33:02: im Buch

00:33:03: lachlichen!

00:33:04: Wenn ich's am Kopf hab über hunderte Jahre viel passiert, ja viel in der Forschung.

00:33:09: Aber ein Medikament gibt es dagegen nicht eine Operation gibt's glaube ich auch nicht oder?

00:33:16: Ich habe einen ganz einen der wichtigsten Forscherin der jetzt Zeit sprechen dürfen den Herrn Professor Haas in Großhadern

00:33:25: und

00:33:26: gesagt oder ihn gefragt,

00:33:28: wenn er jetzt

00:33:28: mit Alois Alzheimer Käffchen trinkt.

00:33:30: Was würde er in den

00:33:31: Fragen wollen?

00:33:31: Und

00:33:32: es steht auch im

00:33:32: Buch.

00:33:33: dann hat der gesagt,

00:33:33: er würde gerne die

00:33:34: Ursache der Erkrankung wissen

00:33:36: wollen.

00:33:37: Ich war auch bei vielen

00:33:38: Pharmaunternehmen schon

00:33:41: und wo man auch gerne einen Alzheimer-Patienten

00:33:45: sieht weil sie forschen

00:33:46: und wissen aber nicht oft

00:33:49: wie sich so was auswirkt.

00:33:51: diese Erkankungen und die tappen

00:33:53: alle noch in Dunkeln

00:33:55: Und es ist wie du sagst, es gibt nichts.

00:33:57: Keine OP, kein Medikament dass diese Krankheit stoppt.

00:34:02: Aber macht einen das nicht verrückt?

00:34:04: Wir schicken Rakete auf die Rückseite vom Mond reden von was weiß ich was für Missionen ins Weltall hinaus und das was uns am nächsten ist nämlich unser Gehirn.

00:34:17: da sind wir hilflos

00:34:18: Ganz furchtbar komisch.

00:34:21: ja Ich kann's gar nicht anders beschreiben.

00:34:26: Die verdrösten einen dann immer und sagen, ja sie sind.

00:34:28: oder wenn ich Schlagzeilen höre wie Medikament gegen Alzheimer.

00:34:34: Da werde ich wütend.

00:34:35: es gibt kein Medikament gegen Alzheimer.

00:34:37: Wenn ich ein Buch lese Alzheimer ist heilbar

00:34:40: von einem Doktor auch im Bestseller irgendwie Der

00:34:44: verspricht etwas was nicht einzuhalten ist.

00:34:48: Das macht mich schon wütender.

00:34:51: Du bekommst die Diagnose Du hast erzählt, wie wenn es dich aus dem Hochhaus rausreißt und du unten aufkommst.

00:34:57: Und dann besprichst du uns natürlich mit deiner Familie logischerweise auch mit deinen Freunden bekannten?

00:35:03: Wie wurde das in einem ganzen Umfeld eigentlich aufgenommen?

00:35:05: Wir haben die Leute reagiert.

00:35:08: Also ich habe es nicht jedem erzählt natürlich.

00:35:11: Irgendwann meinem engen Umkreis ...

00:35:16: Erstaunt, weil sie ähnlich reagiert haben wie der Taufik.

00:35:20: Ich

00:35:21: bin ganz normal

00:35:22: und die wussten dass ich eine Depression

00:35:24: hatte das ich

00:35:25: auch Medikamente genommen habe.

00:35:26: Die macht mich mittlerweile ja nicht mehr

00:35:30: gegen.

00:35:30: also Antidepressiva es ist eher ein Antidementiver.

00:35:33: was man hat so einen Pflaster

00:35:34: und so hilft aber auch nichts.

00:35:36: und das Interessante ist Ja die waren geschockt enge Freunde ich sage immer neue Freunde die man so hat

00:35:45: wenn man da

00:35:46: draußen in Waldperlach lebt,

00:35:48: die man abends zum Grillen holt und wo man

00:35:51: Spaß hat.

00:35:52: Und dann war es halt einfach so.

00:35:56: Dann kam die Scheidung

00:35:57: ich habe mich auch räumlich verändert

00:35:59: und dann ist da einfach gar niemand mehr da.

00:36:01: tatsächlich.

00:36:02: also ich

00:36:02: will keinen Vorwürfe machen auch

00:36:05: viele enge Freunde Die haben das Gefühl die denken

00:36:11: ich mache jetzt ein Podcast mit euch Ich bin im Fernsehen kann noch gerade ausreden

00:36:15: Dem geht's gut.

00:36:16: Es ist wirklich kein

00:36:17: Vorwurf, wenn ich das

00:36:18: sage, dass eigentlich niemand mehr da ist.

00:36:20: aber es ist so...

00:36:23: Ist ja eine gewisse Hilflosigkeit bei manchen Menschen, stellst du das fest?

00:36:26: Dass sie nicht wissen?

00:36:27: wir sind jetzt welche.

00:36:28: Wir haben uns auf dieses Gespräch vorbereitet.

00:36:31: Wenn du es mir auch auf der Straße aus dem Stegreif gesagt hättest, wir laufen uns nach zwanzig Jahren wieder über den Weg und du sagst zu mir Du ja willst übrigens ich hab Alzheimer Dann würde ich wahrscheinlich mit offenem Mund erstmal stehen oder überlegen was das bedeutet Bevor ich wüsste, wie ich damit umgehe.

00:36:48: Das war dieser Schock

00:36:49: den die hatten

00:36:49: tatsächlich ja.

00:36:51: Ich wollte dich nicht unterbreiten.

00:36:52: Nein nein, ich habe versucht die Situation noch mal zu beschreiben aber das ist genau so.

00:36:56: Es ist

00:36:56: ein Fremdwort plötzlich du bist Anfang

00:36:59: fünftig und

00:37:00: sagst du hast Alzheimer?

00:37:02: Das ist für jeden

00:37:02: ein Fremmtwort

00:37:04: weil sie nicht wissen genau was Alzheimer.

00:37:08: Kumpels, die fragen

00:37:09: mich was ist denn jetzt

00:37:10: der Unterschied zwischen Demenz und Alzheimer?

00:37:12: Das frage ich euch jetzt lieber nicht.

00:37:13: Ihr wisst es natürlich!

00:37:17: Und da fängt's an irgendwie... Man muss sich mit der Krankheit beschäftigen

00:37:20: und ich

00:37:20: kann ja von niemandem erwarten dass er das tut.

00:37:23: Alzheimer ist erstmal ein böses Wort

00:37:25: und

00:37:26: es kippt

00:37:26: die Stimmung

00:37:27: bei den

00:37:28: Freunden Bekannten.

00:37:30: aber

00:37:31: wenns dann ins Detail geht Lebe jetzt hier schon fast zwei Jahre hier alleine,

00:37:38: dann merke ich einfach

00:37:41: dass diese Krankheit

00:37:42: auch

00:37:42: die Kontaktdaten

00:37:44: löscht.

00:37:45: Hab' ich

00:37:45: beschrieben im Buch gar nicht böse gemeint

00:37:49: oder weil

00:37:49: du trafig du hast es gesagt und

00:37:52: vielleicht hat man Angst davor damit umzugehen

00:37:56: sich damit zu beschäftigen weil man selber Angst hat vor allem Männer sind ja vor allem männliche Freunde die ich hab

00:38:02: Und vielleicht

00:38:03: aber ist man so im Alltagstrott

00:38:05: drin.

00:38:06: Frag ich euch auch, wie das ... Ihr habt ja auch Stress?

00:38:11: Positiven Stress mit der Familie?

00:38:14: Mit dem Job.

00:38:15: kann

00:38:15: man sich nicht so täglich oder auch sonst

00:38:18: mit so einem

00:38:19: kranken Freund beschäftigen!

00:38:21: Das ist wirklich eine gute Frage weil es gibt immer Fälle natürlich auch im Umfeld bei dir wahrscheinlich auch Taufik wo ähnliche Fälle jetzt nicht allzeit sind, aber es gibt für andere schwere Krankheiten.

00:38:29: Und natürlich, also wenn du mir die Frage so offen stellst da gibt es schon auch bei engsten Freunden das ist dann sicherlich intensiver.

00:38:35: Aber sonst würde ich mich gerne immer mehr melden.

00:38:38: und dann ist es klassisch so.

00:38:39: Du sagst klar den ruf ich heute Abend an und dann passiert zu Hause was mit der Familie oder sonst irgendwas.

00:38:44: und ach Mensch wollte ich mache ihn morgen und so verschiebt sich das.

00:38:47: Aus

00:38:47: den Augen aus dem Sinn, ne?

00:38:49: Vollkommen richtig der Vorwurf her!

00:38:50: Könnte von mir sein der Satz aber es ist so... Ich frage euch auch als Betroffener hängt nicht nur ein Altsammer.

00:38:57: auch wenn jemand eine

00:38:58: schwere

00:38:59: schwer verlaufende Krankheit hat, verliert man tatsächlich Freunde.

00:39:05: Das habe ich von vielen gehört auch.

00:39:07: Es ist gar kein Vorwurf.

00:39:09: und aber was das Gute ist...

00:39:10: Man hat dann auch

00:39:11: da wieder wie bei der Diagnose selbst weiß man okay es ist so

00:39:17: und die engen Freunde

00:39:18: verliert

00:39:19: aus dem Grund und dann ist

00:39:21: es so.

00:39:21: Was noch besser ist kriegt neue Freunde, die mich als Alzheimer-Mensch

00:39:28: kennen

00:39:29: und die ganz anders mit mir umgehen.

00:39:31: Damit meine ich nicht das Mitleidige sondern die verstehen mich auch irgendwie besser oder die ganz alten

00:39:37: Freunde

00:39:38: vom Bodensee auch einige, die dann sagen oh Gott was ist mit dir?

00:39:42: Schulfreunde, Studienfreunde...

00:39:45: Die haben

00:39:45: komischerweise wieder mehr Kontakt.

00:39:47: man hat so ein zwei mal kennt ja auch

00:39:48: solche Freunde.

00:39:49: ein zweimal im Jahr Kontakt trifft sich es alles sowie früher ist es alles toll

00:39:53: Und

00:39:54: die melden sich, aber diese alltäglichen aus den letzten zehn Jahren zum Beispiel ist weg.

00:40:02: Wir haben mal gesagt wir können über alles reden in diesem Zusammenhang.

00:40:05: also du bist alleine getrennt von deiner Frau Du hast deine Kinder die du ab und zu siehst.

00:40:12: Aber wie ist das?

00:40:13: Du bist ein sehr gut aussehender Mann.

00:40:17: Das kann man gerne auf der Instagram-Seite bei uns sehen, da werden wir nämlich Fotos von dir auch zeigen und diese Videos dazu.

00:40:23: Aber wüssten gut aussehender Mann du bist dreinfünfzig.

00:40:28: wenn man alleine ist hätte man vielleicht gerne mal eine Schulter auch ne Weibliche an die man sich anlehnen kann Wenn Du da jemanden kennenlernst oder ich weiß nicht ob das gegeben hat wie jemanden kennengelernt hast.

00:40:40: Wie ist da der Umgang?

00:40:41: Fällt man mit der Tür ins Haus, versucht man das langsam zu machen.

00:40:45: Sagt man das gar nicht aus Angst dass die Person eventuell Angst haben könne könnte einen potenziellen Fregepfeil sich ins haus zu holen.

00:40:54: wie ist der umgang damit?

00:40:55: darf

00:40:55: ich deine gegenfrage stellen wie würdet

00:40:57: ihr sein?

00:40:59: das ist eine gute frage.

00:41:01: ich

00:41:01: glaube ich würde es relativ schnell sagen.

00:41:04: ich glaube das ist ne frage Die müsstest du mir stellen, wenn ich die Diagnose bekommen hätte als Heimer.

00:41:09: Ich kann jetzt dir was dreimal scheiß erzählen, aber ob das dann so ist?

00:41:16: Wenn es so ist...

00:41:17: Also ich habe ein Beispiel,

00:41:19: ich hab

00:41:20: jemanden kennengelernt,

00:41:22: weiß gar nicht mehr wann wo wie und hab einfach nur gedacht, dass

00:41:27: lässt man jetzt flutschen und schauen,

00:41:30: was dann wird

00:41:33: von den Gefühlen her, glaube ich, von beiden was gewesen.

00:41:37: Und dann

00:41:37: hat die Person aber gesagt, jo

00:41:39: willst du mir noch etwas

00:41:40: verraten?

00:41:41: Die hat das wohl

00:41:41: irgendwie mitbekommen.

00:41:43: Also sie hat's mitbekommen oder die hat an dir was gemerkt?

00:41:45: Nicht von mir, nicht am Meer gemerkt.

00:41:46: Weil

00:41:47: man merkt es ja auch erst mal nicht gleich.

00:41:49: Man merkts nicht

00:41:49: genau...

00:41:50: Achja wenn man vierundzwanzig Stunden mit mir zusammen ist, merkt man es tatsächlich.

00:41:56: Aber ja und diese Person hat dann wohl recherchiert.

00:42:00: Ich habe irgendwie mal einen Satz loslassen, so war

00:42:03: von einem Jahr oder noch länger

00:42:05: ich schreibe ein Buch

00:42:06: Und

00:42:07: dann hat sie irgendwie recherchieren und dann hat sich eben festgestellt dass ich eben Diese Diagnose hab.

00:42:12: Dann hat sie auch ganz klar gesagt Ganz lieb aber Sie sieht dann keine Zukunft

00:42:17: und das kann ich keinem übel nehmen.

00:42:19: Ja, man wünscht sich

00:42:20: so eine Schulter

00:42:21: tatsächlich.

00:42:22: Aber jetzt muss ich euch auch wieder direkt fragen...

00:42:25: Er kann den Journalisten!

00:42:27: Wenn

00:42:27: man in so einer Runde ist

00:42:28: ... Du kriegst den Mann aus dem Journalismus aber den Journalist nicht aus dem Mann.

00:42:31: Stellt euch vor ihr seid ne Frau.

00:42:34: Ihr seid Frauen

00:42:34: und

00:42:37: wir würden uns super verstehen, Mann

00:42:38: oder Frau?

00:42:39: Und vielleicht knistert es,

00:42:41: könnte da mehr sein.

00:42:43: Ich sag dann, ich hab Alzheimer.

00:42:44: Früh der Mensch.

00:42:45: Ganz ehrlich jetzt wirklich ganz ehrliche Antwort Hättet ihr

00:42:48: Bock, eine

00:42:49: Beziehung... ...ne richtige

00:42:51: Mann- und Fraubeziehungen

00:42:52: mit mir zu führen?

00:42:54: Also ich würde mich wahrscheinlich wenn du es mir jetzt so sagst ganz offen sofort recherchieren was da passiert.

00:42:59: Was dann los ist weil ich wüsste dann wahrscheinlich gar nicht.

00:43:01: Jetzt weiß ich's weil wir hier sitzen noch vor diesem Gespräch und bevor ich mich beschäftigt habe hätte ich mir auch gesagt klar das ist ein bisschen früher aber das sind Tome.

00:43:10: Und dann muss ich ganz ehrlich sagen Ich könnts dir nichts sagen Weil ich weiss ja nicht.

00:43:15: Also ich glaube wenn ich ehrlich bin nach dem Wissen dessen, was ich jetzt auch in der Vorbereitung auf dieses Gespräch... Da würde ich mir denken also da müsstest du von den Gefühlen vertrauen aber vom Kopf her.

00:43:29: Also der Kopf würde glaube ich sagen egal was das Herz sagt es ist ein Ding Das läuft irgendwann gegen eine Wand.

00:43:36: wahrscheinlich

00:43:37: Kann nur sagen

00:43:38: Ich wünsche mir sowas.

00:43:39: Aber ich bin mir auch ziemlich sicher dass sich da Beide

00:43:44: Antworten von euch sind

00:43:46: schwierig zu sagen.

00:43:48: Ich kann nur sagen,

00:43:50: man ist

00:43:50: hier und jetzt

00:43:51: und man

00:43:52: liebt die Momente, man genießt Momente aber es ist auch knallhart.

00:43:56: den Satz meine ich ernst.

00:43:57: Man hat keine Zukunft mit dieser Erkrankung Und

00:44:01: ich kann keiner Frau das übel nehmen

00:44:04: wenn sie dann die zukunft mir nicht gehen will natürlich nicht.

00:44:07: Das ist beschwerlich dass es hart.

00:44:09: das wird ja nicht besser Es wird immer schlechter.

00:44:13: Ich kann euch beide verstehen, wenn ihr beide

00:44:15: Frauen werdet.

00:44:16: Ich könnte euch beide verständen werden mit

00:44:18: keinem Sauer

00:44:20: und

00:44:20: Böse weil ich kann das absolut nachvollziehen.

00:44:24: Du hast das Stichwort gegeben Zukunft.

00:44:26: aber reden wir jetzt darüber.

00:44:28: wie ist dein jetziger Alltag?

00:44:29: Und wie sieht deine Zukunft aus?

00:44:31: knallhart

00:44:32: Ja mein jetzige Alltag ist dass ich merke

00:44:39: eigentlich gerade mittelfristig

00:44:40: eine andere Lösungssuche als allein zu leben.

00:44:44: Was sind da die Optionen?

00:44:46: Schwierige München, ganz schwierig.

00:44:48: WGs oder ein Heim oder wie sieht das aus?

00:44:51: Also Pflegeheim zwischen

00:44:53: Menschen,

00:44:54: die zwanzig dreißig Jahre älter sind als ich

00:44:56: kommt nicht in Frage.

00:44:57: Ich bin auch noch kein Pflegefall.

00:45:00: Der Mensch WGs gibt es wohl aber auch da ist sind die Menschen

00:45:04: in einem weiteren Stadium?

00:45:06: also ich Es gibt Diese optimale

00:45:09: Lösung, wie ich sie mir vorstelle in München nicht.

00:45:15: Dass man noch Freiheiten hat.

00:45:16: Ich brauche ja meine Kinder.

00:45:18: Ich will ja meine Kindern bei mir haben.

00:45:19: Es gibt Demenz-WGs – da ist aber

00:45:21: keine Übernachtung gestattet.

00:45:23: Aber

00:45:23: da ist auch die Altersrate viel höher und es ist einfach auch finanziell nichts zu stemmen.

00:45:29: Da reden wir von fünf, sechs Tausend Euro!

00:45:31: im Monat.

00:45:32: und

00:45:33: also diese optimale Lösung in München gibt es einfach nicht.

00:45:37: Gibt's die

00:45:37: Außerhaltung mal zu fragen, weil du sagst jetzt dreimal München gibts das nicht?

00:45:41: Gibt es woanders in Deutschland?

00:45:43: Hast du dich da mal schlau gemacht?

00:45:45: Ja und auch viel gesprochen mit vielen Betroffenen

00:45:50: haben Allerdings alle nicht das Problem, wie ich das hier alleine sind.

00:45:55: Sondern die haben noch einen Partner und

00:45:56: eine Familie ein Zuhause.

00:45:59: Es sitzt in Deutschland

00:46:00: wirklich...

00:46:01: Da sprichst du einen ganz wunden politischen Punkt an!

00:46:04: Es gibt es nicht.

00:46:05: tatsächlich Ich habe auch mit der Alzheimer-Gesellschaft München genau zu diesem Thema

00:46:11: Austausch Und wir werden

00:46:13: uns zusammensetzen und überlegen Aber so wie ich es mir forsche, ich muss in München leben oder um München weil meine Kinder hier sind.

00:46:19: Deshalb Aber auch im Bundesgebiet ist das nicht so.

00:46:24: In Holland zum Beispiel weiß ich, da gibt es ganze Dörfer für Alzheimer-Patienten aber auch für

00:46:30: Menschen mit

00:46:30: anderen

00:46:30: Behinderungen wirklich

00:46:31: ganze Dürfer wo sich jeder trifft, wo jeder leben kann.

00:46:36: Ich glaube Holland sind in vielen Punkten viel fortschrittlicher, ihr nickt beide ja als wir hier.

00:46:42: Es ist eine Erkrankung frühdemens die einfach nicht in die Gesellschaft gehört oder wo die Gesellschaft oder die Politik sich

00:46:51: auch noch nicht

00:46:53: so viele Gedanken gemacht hat.

00:46:55: Weil der

00:46:56: Normalfall

00:46:57: ist, dass man eben zu Hause ist und das es eine pflegende Angehörige gibt

00:47:02: nämlich die Partnerin in dem Fall,

00:47:03: die da ist für jemanden oder der Partner.

00:47:05: wenn's umgekehrt ist

00:47:07: Und

00:47:08: die Frage stellt sich oft dann erst bringen wir den Alzheimer betroffenen ins Pflegeheim hat ist ja so lang wie möglich bei mir im Haushalt.

00:47:18: Das ist die Frage, die man sich stellt.

00:47:21: aber ich merke bei mir dass das alltägliche Leben beschwerlicher wird

00:47:27: und dass

00:47:28: der Kühlschrank oft leer ist weil ich

00:47:31: nicht

00:47:32: einkaufe,

00:47:33: weil ich gar... Ich hab Hunger geht zum Kühl schrank da is nix

00:47:36: mach ihn zusetzt mich hin

00:47:38: Schlaf,

00:47:39: Schaufernsehen

00:47:41: Und oft merke ich gar nicht,

00:47:42: dass ich gar nich gegessen habe.

00:47:46: Und manchmal öffne

00:47:48: ich Briefe nicht, weil ich sie vergesse.

00:47:50: Manchmal Tage lang.

00:47:52: Es sind einfach ... oder ich gehe nicht zur Arbeit, weil sich vergessen, dass ich zur Arbeit gehen sollte.

00:47:58: Ich glaube

00:47:59: in einem

00:48:00: Surrounding mit einer WG, mit

00:48:04: Unterstützung

00:48:06: wäre das die optimale Lösung aber die gibt es nicht.

00:48:09: Das habe ich noch nicht gefunden.

00:48:12: Noch nicht vielleicht.

00:48:13: Vielleicht ist es ja auch ein Anstoß, weil das ist ja auch Thema dass du durch dein Buch anstößt, der sehr bei unglaublich vielen Menschen überhaupt nicht präsent ist um dieses Gespräch vielleicht kurz nochmal wie wir mal gesagt die meisten Männer da findet's nicht statt.

00:48:27: und dadurch dass du das so nach außen trägst was ja bewundernswert ist könnte sich ja da etwas tun.

00:48:32: Sehr schön ja.

00:48:33: Beraalf

00:48:33: Wald ich glaube

00:48:35: auch in München

00:48:37: gibt es viele Menschen die in so einer Situation wie ich sind oder anders krank und da gibt es einfach nicht nur eine nicht bezahlbare

00:48:49: Lösung, sondern

00:48:50: aus meiner Sicht noch gar keine richtige Lösung.

00:48:53: Jo bei diesem offenen Gespräch eine Frage die auch nicht so einfach ist und auch nicht zu einfaches zu beantworten aber du kannst sie beantwortet weil Du hast sie dir oft an Ärzte gestellt Ist die Zukunftsaussicht, wie geht das jetzt tatsächlich weiter?

00:49:07: Wenn du sagst, du denkst schon darüber nach was dann kommt und eventuell wo man dann... Wie ist es wenn man die Diagnose kriegt Alzheimer mit einundfünfzig.

00:49:19: Ich kann es nur bei meiner Mutter beschreiben oder anhand meiner Mutter beschreiben Man wird...

00:49:28: Das kann schnell gehen,

00:49:29: das kann auch

00:49:30: sich ziehen Man wird unselbständiger, man wird langsamer.

00:49:36: Ich merke bei mir auch dass ich langsame gehe.

00:49:38: Es hat nichts

00:49:39: mit meiner

00:49:39: Fitness zu tun,

00:49:42: dass man manchmal länger braucht

00:49:44: zum Nachdenken um Ideen zu haben

00:49:47: und dann wird man auch

00:49:49: von mal zu mal unselbständig.

00:49:51: Bei meiner Mutter war

00:49:51: es so das sie dann

00:49:52: irgendwann nicht

00:49:53: mehr richtig laufen konnte.

00:49:54: Sie dann in den Rollstuhl musste

00:49:58: Irgendwann

00:49:58: auch nicht mehr selbstständig essen kann, Nahrung zu sich nehmen

00:50:01: kann.

00:50:03: Und irgendwann dann betlegrig wird

00:50:05: und es kann

00:50:07: sich hinziehen.

00:50:08: bei meiner Mutter

00:50:09: war's von Diagnose bis zu ihrem

00:50:11: Tod,

00:50:12: zwölf, dreizehn Jahre.

00:50:13: Sie war aber deutlich älter als du

00:50:15: ne?

00:50:15: Mitneunundfünfzig

00:50:16: hat sie die Diagnosis bekommen.

00:50:18: Ich glaube

00:50:19: aber das war schon vorher bekannt... War auch

00:50:21: sehr früh?

00:50:21: Ja, auch früh!

00:50:23: Aber jetzt ... ... stark, sie hat sich da irgendwie innerlich gewährt.

00:50:27: Und es kann

00:50:29: man sagt bei Früdemenz...

00:50:32: Ich kann da gar

00:50:33: keine Prognose sagen!

00:50:34: Es kann schneller gehen oder

00:50:36: nicht schnell

00:50:38: aber es ist immer so genannte Schübe die dann kommen und das wird dann auch nicht mehr besser sondern das wird eher schlechter.

00:50:47: Aber das Gute ist häufig weil du das gefragt hast

00:50:50: und Ralf auch

00:50:53: Ich denke da gar nicht so intensiv, weil du gefragt hast wie man die Zukunft aussehen

00:50:59: kann auch wohnlich

00:51:00: und so.

00:51:01: Da bin ich wieder in dem was ich vorgesagt habe, man ist

00:51:03: oft im Jetzt und denkt gar nicht soweit was passieren wird.

00:51:09: Und das ist gut.

00:51:10: Ich glaube weil das Gehirn

00:51:12: auch nicht mehr so offen ist für Neues Denkt man da gar nichts so

00:51:19: intensif drüber nach Wobei schon oft denke Wie das wird,

00:51:26: wenn ... Wenn man den Namen der Kinder nicht mehr

00:51:29: weiß oder die Kinder

00:51:30: merken.

00:51:31: Oder

00:51:31: Papa hat sich extrem verändert bis hin zu ... Ich finde ja noch jung die Kinder.

00:51:37: Er kennt uns nicht mehr.

00:51:39: Das ist brutal!

00:51:40: Aber das ist jetzt nicht so dass ich da jeden Tag dran denke weil ich es einfach nicht parat habe.

00:51:46: Das schutzt irgendwie

00:51:48: aber ich glaube

00:51:49: er ist gemacht durch den Verlauf

00:51:51: vom Gehirn irgendwie

00:51:53: Ja...

00:51:54: Ich hätte noch eine Frage?

00:51:56: Und zwar, da geht es um die Zukunft und zwar du hast noch ein Buch.

00:52:00: Du hast eins auf dem Markt!

00:52:01: Du hast einen Roman geschrieben.

00:52:05: Der ist nur nicht draußen.

00:52:07: Wie sieht's?

00:52:07: Worum gehst du da?

00:52:08: Was ist das für einen Roman?

00:52:09: Und wann kommt der?

00:52:10: Ich meine hey also ich habe das erste gelesen.

00:52:12: Ich freue mich aufs zweite.

00:52:14: Also dass er dann kein Sachbuch sondern

00:52:16: würde ein Roman werden

00:52:17: den hab' ich betitelt mit Puffreis im Aquarium.

00:52:20: Was ist denn das für ein Titel?

00:52:21: Ein

00:52:22: cooler Titel irgendwie.

00:52:23: Also es geht darum, wenn ich das kurz sagen darf, es geht um

00:52:28: einen

00:52:29: Journalisten der eine Million Euro

00:52:32: bekommt von einem

00:52:34: unbekannten Geldgeber.

00:52:36: Er

00:52:36: muss dieses Geld aber an seine besten Freunde geben und zwar

00:52:40: mit...

00:52:41: bedacht

00:52:42: und

00:52:42: das innerhalb von siebenundzwanzig Tagen, wenn es nicht geht.

00:52:45: Wenn es nicht

00:52:45: klappt dann

00:52:46: ist kein Geld da.

00:52:48: und das Problem des Journalisten ist er

00:52:50: hat keine Freunde und er hat

00:52:52: eine Zeit weil er gerade an der Story seines Lebens dran ist.

00:52:56: Und im Endeffekt geht es, also das sind ja lauter so Plotz die wichtig sind.

00:53:00: Super, super Geschichte!

00:53:02: Ich seh mich gerade

00:53:03: als Journalist...

00:53:03: ich hab grad keine Zeit weil ich mit dem FC Bayern nach Budapest in Champions League bin.

00:53:07: Ja und der

00:53:07: Journalist ist natürlich bei

00:53:09: einem Model

00:53:10: in LA

00:53:12: und mit

00:53:13: einem Rockstar an der chinesischen

00:53:15: Mauer und

00:53:16: zucht nach dem Sinn seiner Story.

00:53:19: Also das heißt du haust da auch autobiografische Züge?

00:53:21: Ja total,

00:53:21: total nur andere

00:53:22: Namen.

00:53:23: Roman

00:53:24: ist, da kann ich mich richtig austoben

00:53:26: mit Erfindungen.

00:53:27: Und im

00:53:28: Prinzip geht es

00:53:29: um die

00:53:29: große Frage des Lebens – Ist man mehr für andere da oder für sich selbst?

00:53:35: Das wird dann aufgelöst

00:53:36: oder nicht aufgelösst

00:53:37: und

00:53:39: ich habe das schon fast fertig, das Buch.

00:53:41: Ich hab vor sieben, acht Jahren schon angefangen aber der Verlag meinte dieses Sachbuch ist irgendwie dringlicher und jetzt schau' ich mal wie's weitergeht bitte.

00:53:50: Und Puffreis im Aquarium ist tatsächlich, da trifft der Hauptdarsteller

00:53:56: einen Nachbarn und der

00:53:59: hat seine Schwester bei sich.

00:54:03: Die hat Frühdemenz mit Anfang dreißig.

00:54:06: Er beschreibt Demenz das ist wie wenn

00:54:08: man Puff

00:54:09: Reis in ein Aquarium

00:54:10: reinschüttet dann dann

00:54:11: zerbröckelt der Kopf irgendwie, also beschreibt diese Demenzkrankheit.

00:54:15: Und ich habe das damals beschrieben

00:54:16: weil ich meine Mutter im Hinterkopf

00:54:18: hatte und selber

00:54:19: noch gar nichts

00:54:20: wusste von Demenz.

00:54:21: und so ein kleiner, so einen kleinen Wink ja.

00:54:24: Also

00:54:25: ich

00:54:26: freue mich total drauf.

00:54:27: Ja.

00:54:28: Ich muss sagen es war unglaublich.

00:54:31: Vielen vielen Dank!

00:54:31: Sind wir

00:54:32: schon soweit?

00:54:33: Wir haben immer diese Stunde und die haben jetzt durch.

00:54:35: Also wir haben viel gesprochen und selten ein so intensives und offenes Gespräch geführt.

00:54:41: Sehr wichtig und vielen Dank.

00:54:43: Also wenn du da ins Auto steigst jetzt nach dem Gespräch und nach Hause fährst, da gibt es einiges was man mitnimmt über das man nachdenkt.

00:54:54: Das ist ja wie gesagt es war von Anfang an klar dass es nicht so ein ganz leichtes Gespräch wird.

00:54:58: also da geht's nicht um irgendwelche Wortakrobaten nicht um welche Goldmedaillenabfahrer die wir nicht mehr haben in Deutschland.

00:55:08: Da gehts um etwas... uns alle treffen kann.

00:55:10: und ich glaube, das ist das was wir mit diesem Gespräch auch so ein bisschen darlegen wollten.

00:55:15: Wir haben nicht mal über Fußball geredet, Alph und Taufik.

00:55:18: Schaust du noch regelmäßig?

00:55:19: Bist du noch?

00:55:20: Ja aber nicht mehr so

00:55:22: wie früher, aber

00:55:25: mich elektrisiert das wenn der FC Bayern spielt und jetzt kurz vor vielen Titeln

00:55:29: ist.

00:55:30: auch die FußballWM ist ja da also klar.

00:55:33: Super!

00:55:34: Also wir haben doch ein bisschen Fußball gemacht, ich

00:55:35: habe es schon nicht gedacht.

00:55:36: Aber das war heute definitiv der Mehr- als-Fußball-Projekt.

00:55:39: Das stimmt.

00:55:40: Mensch Jo, vielen Dank

00:55:41: alles Gute!

00:55:42: Alles Gute und bleibt genauso geschmeidig wie du bist.

00:55:48: Ich versuche es, vielen

00:56:05: Dank!

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