"Jeder hat seinen Mount Everest !" Helga Hengge über ihren Weg auf den höchsten Gipfel der Erde - und viele Berge mehr !

Shownotes

Wie ist es, bei - 35 Grad den Aufstieg auf den höchsten Punkt der Erde zu starten ? Wie fühlt es sich an, den Gipfel des Mount Everest zu erreichen ? Wie wichtig ist das richtige Team für so eine Expedition ? Wie bereitet man sich auf so ein Abenteuer vor ? Und: was kann man aus so einer Extremsituation für das "normale Leben" übernehmen ? Helga Hengge hat den Everest und die Seven Summits, die höchsten Berge der Kontinente, bestiegen, und sie sagt: "Jeder hat einen Everest in seinem Leben. Dann kommt der Tag, an dem man vor so einer Wand steht und denkt: das schaffe ich nicht!" Was man dann tun kann, um vermeintlich Unmögliches zu schaffen - das erklärt sie in Gschmeidig - der Mehr-als-Fußball-Podcast.

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00:00:10: Schmeidig, der mehr als

00:00:23: Fußball Podcast mit Ralf Echsel

00:00:36: und Taufi Kahlil.

00:00:41: wenn über einem tatsächlich nur noch der Himmel ist.

00:00:45: Sie kam nicht aus einer klassischen Werkschlager-Karriere, sie arbeitete in der Modewelt in New York, entdeckte das Klettern erst mit knapp dreißig und stand auf dem höchsten Berg der Erde – Mount Everest!

00:01:01: Erreichte sie über die Nordroute, den Gipfel des Mount Everest und kehrte sicher zurück.

00:01:05: Später bestieg sie dann noch als erste deutsche Frau – reicht er nicht mit dem Everest?

00:01:09: Die Seven summits die höchsten Berge aller Sieben Kontinente!

00:01:13: Und ganz aktuell erscheint ihr neues Buch Abenteuer Heilige Berge.

00:01:17: Ich glaube wir haben eine Menge zu besprechen.

00:01:19: Wir freuen uns sehr.

00:01:20: herzlich willkommen Heger Hänge.

00:01:22: Dankeschön.

00:01:23: Schön, dass du Zeit für uns hast.

00:01:24: Haben wir dich richtig gut vorgestellt?

00:01:26: Passt es so?

00:01:26: Ja doch!

00:01:27: Starke Frau habe ich gesagt.

00:01:28: Die

00:01:29: starke Frau klingt gut.

00:01:30: Klingt

00:01:30: gut, gell?

00:01:30: Genau.

00:01:32: Das klingt ja super was du da alles erlebt hast und wir wollen das mal ein bisschen aufdröseln.

00:01:37: Und wir starten immer mit einer kleinen Rubrik die heißt Top oder Top.

00:01:40: Da haben wir zwei Begriffe und dann sucht sich der Gast einen aus und erklärt vielleicht ein bisschen Was ihm mehr liegt.

00:01:45: zum Beispiel fange ich mal an Du stehst natürlich für die Berge

00:01:49: Gipfel

00:01:50: Oder der Weg dorthin.

00:01:53: Oh, das ist schwer.

00:01:56: Also der Weg dorthin ist viel länger meistens am Everest.

00:02:00: zwei Monate auf und ab bis man endlich dort ist Und dann in der Gipfel.

00:02:04: da war ich nur ne Stunde Aber das war eine Stunde für die Ewigkeit wahrscheinlich.

00:02:13: Ich finde schon es ist der Weg Dorthin Der Aufstieg zum Gipfel oder vielleicht auch gar nicht unbedingt bis zum Gepfel Das Ziel, sich vorzunehmen und den Berg auszusuchen.

00:02:25: Dann auch das lange Training.

00:02:26: Ich habe doch drei Jahre trainiert für den Everest, also immer so mit dem Berg in meinen Träumen vor mir schwebend gehabt.

00:02:33: Und dann ja die zwei Monate am Berg zu verbringen mit den Sherpas in Tibet – das war schon eine besondere Zeit!

00:02:43: Also bevor ich zum Everest gegangen bin, hat mir ein befreundeter Bergsteiger gesagt ist ja so der Moment, darf ich schon zum Everest oder bin ich noch nicht gut genug?

00:02:54: Wäre dich den anderen zur Last fallen.

00:02:56: Bin ich stark genug habe ich das Recht im Team dabei zu sein und irgendwann muss man sich entscheiden kann ich das jetzt oder darf ich das noch nicht?

00:03:05: also dann Ich war in dieser Erfindungsphase und hab diesen Bergsteiger gefragt der schon fünfmal am Everest waren und hab gefragt Darf ich das schon?

00:03:13: Und dann hat er was zu mir gesagt was ich nie mehr vergessen habe.

00:03:19: Weißt du Helga, wenn du diese thirty-fünftausend Dollar dir das damals gekostet hat und die zweieinhalb Monate, die du nicht zu Hause bist oder nicht arbeiten kannst.

00:03:29: Wenn du diese zweieinhalb Monate und dieser Ausgabe ... wenn du glücklich bist mit den Schärfer zwei Monate im Himalayer zu verbringen und so hoch wie es dir möglich ist aufzusteigen?

00:03:40: Und wenn du dann nach Hause fährst und du bist glücklich, dann darfst du gehen!

00:03:46: Wenn du diese thirty-fünftausend Dollar nur ausgeben willst, damit du mit der Gipfelkrone nach Hause kommst.

00:03:51: Dann solltest du nicht

00:03:52: gehen.

00:03:53: Ich habe jetzt schon eine ganze Rolle.

00:03:54: Wo muss ich sagen?

00:03:54: Also ich habe noch nicht mit vielen Menschen gesprochen und glaube noch nie jemanden, der uns sagen kann wie es auf dem Everest ist.

00:04:01: Und ich bin ja immer noch so ein Kind.

00:04:02: mich interessieren diese Dinge die man im Fernsehen immer sieht.

00:04:05: also wir haben heute... Wir haben eine Menge zu besprechen heute.

00:04:09: aber hopp oder top Everest oder Seven Summits?

00:04:14: Seven Summs haben wir vorhin gesagt, die eben sieben höchsten Gipfel.

00:04:19: Nein!

00:04:19: Die höchste Gipfel der Sieben Kontinente.

00:04:21: So ist es nicht auf jedem Kontinent.

00:04:22: Sieben Gipfl.

00:04:23: The

00:04:24: Seven Summers würde ich sagen.

00:04:26: Weil da der Everest dazu gehört.

00:04:28: Ah, sehr schade.

00:04:30: By one get the other

00:04:33: six.

00:04:35: Also lange bevor ich zum Everest gegangen bin und überhaupt die Idee hatte auf den Everest zu gehen habe ich ja die Seven Summons entdeckt.

00:04:41: Ich habe gerade das Klettern angefangen, bin bei Barnes & Noble gewesen in New York.

00:04:46: In der Buchhandlung habe ich so Kletterbücher gesucht und dann ist mir dieses Buch aufgefallen, Seven Summits.

00:04:52: Und da dachte ich was ist denn das?

00:04:54: Kenne ich gar nicht!

00:04:55: Der höchste Berge auf jedem Kontinent...ich wusste gar nicht dass es sieben Kontinente gibt.

00:04:59: und dann wusste ich nicht, dass es auf jeden Kontinent hohe Berge gibt Also auch in Ozeanien, auch in der Antarktis.

00:05:09: und dann habe ich diesen Buch gelesen.

00:05:12: Ich war völlig fasziniert von diesem Abenteuer auf jedem Kontinent auf den höchsten Berg zu steigen und dann hatte ich das Gefühl so... Dann kann man den Himmel berühren und diesen ganzen Kontinent von oben sehen!

00:05:24: Das stimmt natürlich nicht.

00:05:25: aber, das war meine Idee.

00:05:27: Da war mir schon klar, auf den Everest werde ich niemals steigen.

00:05:30: da bin ich nicht als Bergsteiger geboren Damals zu der Zeit, wo ich Bergsteige angefangen habe.

00:05:36: Da waren hauptsächlich Reinhold Messners unterwegs mit gefrorenem Bad und unrichtig so ein Männerdomäne.

00:05:42: Und das bin ich nicht, dazu hab' ich viel zu spät angefangen.

00:05:46: Aber die Six Summits also die sechs höchsten Bergen der Welt Das konnte ich mir schon vorstellen weil ich so gedacht bin So glücklich!

00:05:53: Mit diesem Buch unter dem Arm nach Hause gegangen und hab' gedacht Das ist der Beginn eines großen Abenteuers

00:05:58: jetzt.

00:05:58: Der erste war dann aber der Erste, oder?

00:06:01: Der

00:06:01: Erste war der zweite.

00:06:03: Der Erster war der Aconcagua.

00:06:07: Du musst uns durch dieses Seven-Sammels führen Ralf!

00:06:09: Kannst du uns mal schnell diesen

00:06:10: Sammels vorstellen?

00:06:12: Das sind Argentinien genau und das ist der höchste Berg der Anden Und auch der höchste Berg außerhalb des Himalayas.

00:06:19: Also schon fast ein sieben Tausendab, der war mir jetzt der nächste und in dieser Beschreibung des Buches schien er nicht so technisch anspruchsvoll zu sein, sodass ich dachte damit fange vielleicht mal an...

00:06:31: So'n warm

00:06:32: abpacken wir's mal!

00:06:33: Ein

00:06:34: kleiner Warm-Apper oder so'n kleiner Schnappermahl.

00:06:36: eben am Nachmittag.

00:06:39: War mir schon klar das es da kalt wird.

00:06:41: aber in New York?

00:06:42: Im Winter ist es auch sehr, sehr kalt.

00:06:43: Ich habe da meinen Geburtstag vor zwei Jahren gefeiert und wir wollten zu den New York Jets.

00:06:49: Ich hab viel Geld gezahlt für Tickets mit meiner Familie.

00:06:52: Wir sind zur Pause gegangen.

00:06:53: Es hatte minus fünfunddreißig Grad.

00:06:55: Und mal... New York macht keinen Spaß!

00:06:58: Da gehe ich lieber auf dem Berg auf.

00:06:59: Dann ziehe ich mich nämlich richtig an.

00:07:00: Ja genau.

00:07:01: Deswegen das Dachdicht ist kein Problem.

00:07:03: Und dann dachte ich, wir sind der Sonne näher.

00:07:04: Das muss ja eigentlich ein bisschen wärmer sein wenn die Sonne stärker ist.

00:07:08: Die Höhe konnte ich mir nicht vorstellen.

00:07:11: Ich konnte mir nicht vorstellen, dass da weniger Sauerstoff in der Luft ist und wie das dann funktioniert.

00:07:17: Dann atme ich halt mehr... Das kann man auch niemand erklären!

00:07:26: Plötzlich als würde man gegen eine Wand laufen.

00:07:28: Als wenn all die Vorbereitung, all das Training was man gemacht hat ist plötzlich fort!

00:07:33: Aber bei dem Thema schon Sinn?

00:07:35: Wie ist es dann in der Höhe?

00:07:36: Bekommt man da einfach keine Luft mehr?

00:07:38: oder wie stellen wir uns das vor?

00:07:39: Wir beide waren da noch nie um.

00:07:40: Jaa...

00:07:40: Das ist das Gefühl du läufst ein hundert Meter Love oder einen Marathon und atmest durch ins Strohhalm.

00:07:46: Und hast ständig das Gefühl Du kriegst nicht genügend... Also was ja auch so ist, du kriegts hier nügen Luft aber nicht genügen Sauerstoffe in die Lungen.

00:07:55: Das ist, weil der Sauerstoff-Patialdruck sinkt mit steigender Höhe.

00:07:59: Und dann ist auf fünf tausend Metern die Hälfte im Vergleich zu Meeresspiegelhöhe an Sauerstoffsmolekülen, die du aufnehmen kannst und über sieben Tausend Meter nur noch ein Drittel.

00:08:09: Und das potenziert sich dann, oder?

00:08:11: Denn je weniger ich dann kriege, desto mehr bedarf habe ich.

00:08:14: Desto mehr fange ich an zu ziehen und zu hächeln.

00:08:17: Das ist gefährlich.

00:08:19: Ja es gibt die Höhenkrankheit wenn du nicht rechtzeitig umdrehst.

00:08:26: Plötzlich kommt sie nicht.

00:08:28: meistens hat man schon Kopfschmerzen kann nachts nicht gut schlafen hat keinen Appetit.

00:08:33: Man muss die frühen Zeichen erkennen und dann den Körper nicht weiter drängen.

00:08:37: Und lieber noch einen Tag unten ruhen, vielleicht ein bisschen absteigenden Körper erholen lassen.

00:08:42: Der Körper kann sich schon anpassen aber der braucht Zeit.

00:08:45: Er bildet dann mehr rote Blutkörperchen.

00:08:47: Das ist warum viele Athleten auch in der Höhe trainieren um das Blut anzureichen.

00:08:52: Aber ich glaube, dieses Thema Höhenkrankheit kann man ja nicht trainieren können.

00:08:55: Man kriegt es oder man kriegt's nicht, habe ich gehört?

00:08:56: Stimmt das?

00:08:57: Es ist gar nicht abhängig wie trainiert man ist sondern...

00:08:59: Genau!

00:09:00: Das hat beim Training nichts zu tun.

00:09:01: Also jedenfalls haben wir das noch nicht festgestellt.

00:09:03: Das hat mit dem Training nichts to tun.

00:09:05: Am Höhenkranken wird jeder irgendwann also und oft tun sich die so super Trainierten, die ausdauern Supermarathon über Alpenläufer, die tun sich oft schwerer weil die sich schwerer tun, langsam zu gehen und dem Körper Zeit zu lassen.

00:09:25: Also beim Laufen in den Alpen oder so ist man gewöhnt gut ich lauf, ich pauere mich voll aus dann setze sie mich hin und mach zehn Minuten Pause und trink was und ess was und dann hat sich mein Körper regeneriert ein Stück weit regeneriert und da mache ich weiter.

00:09:37: aber in der Höhe regeneriert sich der Körper nicht und man hat dann keinen Appetit und bringt nichts runter und dann kann man dem Körper auch nicht helfen.

00:09:44: also muss man schauen dass man es ein bisschen früher erkennt Einfach lieber langsamer kleinere Schritte macht, damit der Körper Zeit

00:09:52: hat.

00:09:53: Wohl überlegt!

00:09:54: Ich habe noch ein ganz spannendes, wenn wir schon mal eine starke Frau da haben Stilettos oder Steigeisen?

00:09:59: Starkassen.

00:10:01: Das kommt aber jetzt ganz, ganz

00:10:02: klar.

00:10:02: Den hast du dir aber schön ausgedacht.

00:10:04: Obwohl ihr ja eigentlich aus der Mode kommst, dann kommen wir gleich dazu.

00:10:06: Aber da hast du kein Film mehr dafür.

00:10:08: wie viele Frauen würden vielleicht sagen steigeisen doch nicht?

00:10:10: Ja also ich bin schon sehr groß und hab sehr lange Beine.

00:10:13: Ich bin eigentlich als Stiletto ungeeignet.

00:10:17: Ja, Gerrit so geraffenmäßig.

00:10:19: Aber es ist auch so das als ich bei der Wucke gearbeitet habe am Anfang in meinen ersten Jahren meiner Karriere immer wenn die Chefin kamen mussten wir in Distilettus steigen und das war... Ich mochte das noch nie!

00:10:31: Ich war schon immer Tontor-Träger eben auch weil ich so groß bin und das hat mich echt gepeinigt.

00:10:39: also wir mussten über die Messe gehen in hohen Schuhen und den Kunden die Vogue repräsentieren.

00:10:45: Es gab mal diesen Film, der Teufel Treprada.

00:10:47: Ist

00:10:50: das auch die Chefin in dem Film?

00:10:52: Ja eine ähnliche, nicht genau die gleiche.

00:10:55: Eine ähnlichen Chefin und es war eine harte Zeit für mich weil ich das überhaupt nicht meins war.

00:11:01: Die anderen waren vielleicht mehr mit Herzen dieser Mode dabei und in diesem Stilettos.

00:11:09: Ich war schon auch gut und habe mir Mühe gegeben und ich war sicher auch eine gute Mode Redakteurin.

00:11:14: aber Stilettos war nicht meins und deswegen habe ich schon immer so ein bisschen eine Aversion dagegen.

00:11:18: Aber ich glaube unglaublich viele Frauen sagen, nein das wäre mein Traum mit der Vogue in New York auf Stiletto rumlaufen.

00:11:25: Ja

00:11:25: ja aber es ist viel laufen.

00:11:27: die wissen nicht dass wir sehr viel laufen müssen und auch viele Kleider tragen müssen und schwere Kisten schleppen müssen und ins stilettus ist es kein Vergnügen.

00:11:36: Allein oder team?

00:11:38: Team!

00:11:40: Immer.

00:11:41: Ich gehe überhaupt nie irgendwo alleine hin Also auch auf dem Berg, wenn ich so gerne auf den Berg gehe.

00:11:51: Also mindestens mein Hund muss mitkommen!

00:11:55: Was ist das Höchste was der Hund gemacht hat bisher?

00:11:59: Der war schon dreieinhalb Tausend wahrscheinlich in so ein Graubünden, wenn wir unterwegs waren.

00:12:05: Ja da war er schon drei acht vielleicht sogar.

00:12:08: Wie

00:12:08: empfinden Hunde das dann mit der Luft?

00:12:09: Ist es ein Problem für die?

00:12:11: Nee, wir waren ja schon akklimatisiert weil wir schon länger dort waren.

00:12:14: Vielleicht war es nicht drei acht vielleicht waren's nur zwei oder so.

00:12:17: Ja da will ich jetzt nicht übertreiben

00:12:19: Aber das ist jetzt sehr spannend.

00:12:20: Ich weiß nicht ob das so weiblich ist Weil viele Bergsteiger also ich bin jetzt nicht so der Insider Wenn man so große Namen hat die sind glaube ich bekannt dafür dass sie schon so Einzelkämpferberg sind Dass sie unterwegs in ihre Dehnen haben ihre Routen.

00:12:32: Da will dann jeder sich glaub ich verwirklichend durchsetzen.

00:12:35: Bei dir kam gleich ne Team.

00:12:36: Du hast da keine Inspiration alleine da irgendwas zu bewerkstelligen vielleicht eine neue Route irgendwie zu entdecken, doch lieber dann im Team?

00:12:42: Ja immer.

00:12:43: Nee ich bin kein so ein Alleingänger und auch kein neuer Routenfinder.

00:12:49: Dieser Misser war überall schon jemand oben da kannte man die Route schon und ich war überall mit einem mal größerem mal kleineren Team.

00:12:57: also ich lieb die Berge schon auch um dieses Expeditionsleben weil Menschen zusammenkommen die die gleiche Passion haben Und vielleicht unterschiedliche Ideen haben manchmal, wie man dahin aufsteigt.

00:13:10: Das kommt schon vor dass man sich auch gestreiten muss und auseinandersetzen muss.

00:13:14: aber ich glaube ich würde mich so verloren vorkommen wenn ich alleine wäre.

00:13:19: das ist gar nicht meins.

00:13:22: Eine Frage haben wir noch.

00:13:23: Du bist ja in Chicago geboren, sehr international bis dann glaube ich in Bayern lange Zeit aber aufgewachsen und darum können wir die Frage natürlich auch stellen, die wir allen stellen unseren Gästen und es ist immer sehr spannend.

00:13:34: Schmeidig das Wort!

00:13:36: Was heißt für dich geschmeidigt?

00:13:39: Ich habe schon gehört dass ihr das immer fragt.

00:13:41: deswegen hab' ich mir schon Gedanken gemacht heute.

00:13:45: Ich habe heute morgen drüber nachgedacht und das allererste was mir eingefallen ist Gletscher.

00:13:51: Und dann habe ich gedacht, nein Schmarrngletscher hat doch mit Gschmeidig nichts zu tun.

00:13:54: Aber immer wenn ich wieder darüber nachgedacht habe kommt der Gletscher zurück und ich weiß gar nicht warum weil der Glätscher alles andere als gschmeideg ist.

00:14:02: Gschmaideg eigentlich weich und warm und wohlig und sanft und Gletschern ist was hartes gefährliches auch und manchmal unberechenbar.

00:14:17: Aber es gibt immer diesen Moment, wenn du am Berg oben sitzt und hinunter schaust und dann die Gletscher so ins Tal fließen sie ist also auch in den Alpen kann man das sehen Das ist ja ein Flussengletscher, der hat auch eine Fließgeschwindigkeit.

00:14:33: Es kommt auf den Gletscherdorf an aber manche fließen mehrere Meter in der Woche und dann fällt von oben das Geröll auf die Gletscher drauf und dann tragen sie es auf ihrem Rücken hinunter ins Tal.

00:14:46: Wenn du weit oben am Berg sitzt, sieht man wirklich den Fluss und man sieht die Wellen dieses Flusses diesen dunklen Schaum der Steine, die oben so... Also auch riesige Felsbrocken, die mit sich transportieren.

00:14:59: Und das hat immer eine Gelassenheit für mich.

00:15:04: da bin ich immer... Da habe ich immer das Gefühl es ist was so... Der Gletscher hat eine tiefe Gelassenkeit, nicht wie ein Fluss, der so schnell fließt und dahin... Das hat für mich was Geschmeidiges.

00:15:22: Wenn man von oben drauf schaut, sieht das geschmeidig

00:15:24: aus.

00:15:25: Der Gletscher ist lässig oder?

00:15:27: Der Fluss ist eher hektisch.

00:15:30: Obwohl manche Flüsse natürlich nicht, also der Rhein und der Sitz.

00:15:34: Aber der Gletschern ist vielleicht unerwartetgeschmeidigt.

00:15:38: Und oft aus der Betrachtungsweise errauscht es.

00:15:42: Ich finde eine

00:15:42: ganz tolle Erklärung, wir machen die Best-of-Geschmeiderklärung.

00:15:45: Da ist die mit bestimmten Mitarbeitern.

00:15:47: Helga, du bist in Chicago geboren.

00:15:50: Du bist in Bayern groß geworden und hast dann in New York aber studiert.

00:15:54: Dann ging es in die Richtung Mode und du hast gerade schon ein bisschen anklängen lassen.

00:15:57: wir sehen so der Teufel-Dreck Brader direkt vor uns mit einer zornigen Chefin und da müssen die Stilettos angezogen werden wenn sie kommt.

00:16:03: Und dann bist du aber doch irgendwo ganz, ganz anders gelandet und zwar mit wahrscheinlich immer noch vereistwertigen Männern in der Mehrzahl irgendwo in einem Karrikenberg oder an Karrickenbergen

00:16:14: wo es

00:16:15: ganz wenig gibt sondern nur dich und die Natur und die richtige Idee.

00:16:20: Wie bist du denn dazu gekommen?

00:16:23: Ich habe spät angefangen also ich hab in München nach dem Abitur... ich wollte Reporterin für National Geographic werden.

00:16:30: das war mein Traum.

00:16:32: Als wir von Chicago nach Deutschland gezogen sind, haben meine Eltern großen Container bestellt.

00:16:36: Jeder von uns Kinder, wir waren fünf Kinder durfte zwei Kuscheltiere

00:16:40: mitnehmen.

00:16:41: Wie alt warst du damals als sieben?

00:16:42: Sieben

00:16:43: und wir hatten hunderte von Kuscheltern wo.

00:16:45: mein Vater war Arzt und hatte eine Praxis und die Menschen haben uns immer Kuscheletere geschenkt.

00:16:51: Das wird ein ganzes Zimmer voll.

00:16:53: jeder durfte nur zwei mitnehmen.

00:16:55: was ich damals nicht wusste ist meine Eltern all den ganzen Schatz an National Geographic-Heften mitnehmen, diese gelben Hefte.

00:17:02: Und die standen bei uns im Wohnzimmer in einem Schrank Meter lang und so mit den Abenteuern an die spannendsten Orte der Welt.

00:17:10: Klar, da gab es noch keinen!

00:17:11: Wir durften nicht fahren, sie schaunten.

00:17:13: Es war dann mein Vater sehr streng aber ums gab natürlich kein Internet und das können sich die Gemüren jetzt nicht vorstellen.

00:17:20: Aber so war das mal.

00:17:22: Ich googl mal eben Everest.

00:17:24: was ist das?

00:17:26: Also bin ich viel in diesen Heften versunken.

00:17:28: Und es war mein Traum, einmal um die ganze Welt zu reisen und diese ganzen Geschichten, unsere brasende Reporter für National Geographic zu sein.

00:17:38: Auf dem Weg zur Journalisten-Schule bin ich dann in der Mode Redaktion gelandet aus Versehen nicht weil ich das wollte aber weil die Mode Redakteurin bei der Zeitschrift, bei der ich so einen Volontariat gemacht habe, hat sich mit ihrer Chefin zerstritten, hat geschrien, geweint getobt, hat die Türe geschmissen ist gegangen und nie mehr wieder gekommen.

00:17:56: Und dann hieß es Helga, könntest du in der Mode aushelfen?

00:18:02: Dann bin ich Mood Redakteur und das hat mir Spaß gemacht!

00:18:05: Das waren viele Reisen und viele Menschen und viel Teamwork auf Fotoshootings und so.

00:18:12: So bin ich in die Mode gekommen und auch dort Karriere gemacht habe.

00:18:16: Dann war Mood-Redaktorin bei der Vogue in München.

00:18:19: Die hieß noch... Also damals, wer hab' ich für eine jüngere Zeitschaft gehabt, die ist Missvogue Und bin dann nach New York gegangen und habe dort auch als freie Moderateurin gearbeitet.

00:18:28: Und hab nebenbei studiert, weil ich das ja nie getan hatte – da hab' ich das nachgeholt!

00:18:33: Ich habe Philosophie-, Film- und Economics studiert in New York.

00:18:38: Also ein paar Times so dass ich arbeiten konnte nebenbei.

00:18:41: Als der Studium zu Ende war wusste ich nicht wirklich was damit anzufangen.

00:18:47: Das hat mir einfach Spaß gemacht aber ich wollte keinen Master machen.

00:18:50: Ich hatte jetzt noch nicht entdeckt die Mode geliebt.

00:18:53: Dann habe ich das Klettern angefangen.

00:18:56: In unserem Yoga-Studio in Chelsea Piers.

00:18:58: damals war es ein großes Fitnessstudio, da war unser Yoga-Kurs und da haben sie eine Kletterwand gebaut wo die Jungs – damals war Kletter noch was nicht so bekannt ist.

00:19:09: jetzt geht ja jeder zum Kletdern.

00:19:11: aber damals gab's, die waren zehn Meter hoch Ging sie ein Dach raus, also wirklich wie eine Decke.

00:19:19: Vier Meter und dann nochmal fünf Meter hoch.

00:19:21: Und die Männer sind raufgeklettert und durch dieses Dach, wieso Spinnenmänner?

00:19:26: Sind nach oben und wenn sie es geschafft hatten, sind die Hände geklatscht und sind am Seil herabgeschwebt.

00:19:32: Ich habe ihnen immer zugeschaut aus dem Yoga.

00:19:35: Und hab gedacht Wahnsinn!

00:19:36: Einen Abend bin ich hinter gegangen ob ich das mal probieren darf.

00:19:40: War das das erste Mal, dass du mit Klettern zu tun hattest?

00:19:43: Ja, ein paar Jahre vorher auf einer Fotoproduktion waren wir in den Schweizer Alpen für eine Schimodenproduktion und da war ein Bergführer dabei bei uns, der uns dann einen Tag zum Klettern mitgenommen hat aber nur so ne ganz kurze Seillänge.

00:20:03: und das hat mir damals schon Spaß gemacht.

00:20:05: In New York, als du an die Wand bist.

00:20:07: Wie alt warst Du da?

00:20:08: Damit wir mal... Da

00:20:09: war ich zu neunundzwanzig.

00:20:14: Und

00:20:14: wie alt

00:20:14: warest Du, als Du auf dem Everest standst?

00:20:17: Drei Jahre später!

00:20:19: Ja aber es

00:20:20: war

00:20:20: ein drei-Jahr intensiver Jahr.

00:20:23: Ich

00:20:23: war jeden Abend an der Kletterwand.

00:20:25: Also wenn Du was willst, dann ziehst Du es durch, merke ich.

00:20:32: Ja, wenn so eine Passion von mir besitzt ergreift.

00:20:36: Aber ich

00:20:36: wusste nicht am Anfang dass ich auf den Ever steigen werde.

00:20:39: Ich habe das Lettern angefangen total geliebt bin auf den Akon Kargoy gestiegen hab mich total in diese Bergwelt verliebt und Drei Monate später auf ein noch zwei andere, sechs Tausender gestiegen.

00:20:49: Ein halbes Jahr später wieder ein paar... Also ich habe immer jemanden kennengelernt der gesagt, Mensch wir gehen nach Peru, kommen doch mit und wir gehen in Bolivien, komm' doch mit!

00:20:58: Wir gehen nach Ecuador, komm', doch

00:20:59: mit!".

00:20:59: Aber alles von New York aus?

00:21:00: Du warst zu dem Zeitpunkt in New York und hast...

00:21:02: Ich war meine ganze Kletterkarriere in New

00:21:04: york.

00:21:04: Und hast du noch in ... in New York... Hast du nebenher noch beide Woche gearbeitet oder...?

00:21:08: Ja ja ja ja.

00:21:08: Ja du hast weitergearbeitet.

00:21:10: Ich musste viel arbeiten damit ich mir das leisten kann.

00:21:12: Das klingt jetzt nicht

00:21:14: so.

00:21:17: Man muss ja auch immer eine Auszeit sein.

00:21:18: Wenn man nicht mit einem Sherpa verheiratet ist, kann das ein teures Spektakul!

00:21:21: Ja

00:21:21: und dann in New York... Also ich habe Gott sei Dank frei gearbeitet sonst hätte ich die Zeit gar nicht.

00:21:25: Da hat man eine Woche im Jahr Urlaub in Amerika wenn du fest angestellt bist also da wäre dir keine Chance

00:21:29: gehabt.

00:21:30: Und wie kam es denn dazu?

00:21:32: Das doch weil es war dann wahrscheinlich ganz fernes Ziel.

00:21:34: der Everest ist ja die Krone der höchste Gipfel der Welt.

00:21:38: Wie kam es dann dass du doch in relativ schneller Zeit sag ich jetzt als Lein drei Jahre plötzlich auf dem höchsten Berg der Welt stehst?

00:21:45: Das kam irgendwie eins zum anderen.

00:21:46: Ich bin jedes Mal auf größere Berge und also was ich mit der Zeit schon gelernt habe, auf den Expeditionen... Also auch ein Dreitausender braucht zu drei Wochen.

00:21:56: Also ist man drei Wochen am Berg.

00:21:57: Man steigt auf und ab, richtet Höhencamps ein und hat so diesen Rhythmus am Berg dieses viel im Zelt, in der Natur.

00:22:06: In Unwettern und Beobachtungsschnee und Eis und Felsen.

00:22:10: Also da ist viel so... Und das habe ich sehr gern gehabt!

00:22:14: Es gab halt immer jemand, der gesagt hat, Mensch du wir gehen in den Himalaya komm doch mit.

00:22:18: und dann hat sich das ergeben und es ging relativ schnell.

00:22:24: Ich hab mich dann was ich schon gemerkt habe auf dem Expedition.

00:22:29: Es war fast immer jemand dabei, entweder bei mir im Team oder im Nachbarteam.

00:22:35: Und als Frau wirst du natürlich immer überall eingeladen weil gab ja ein wenig Frauen nur die auf dem Bergen waren und auf den Hohenbergen.

00:22:42: Ich habe immer jemanden kennengelernt der schon mal am Everest war oder der jemand anderen kannte, der schon am Everest ist.

00:22:49: Wenn Du dann im Basecamp sitzt an diesen Tagen wo die Wettergötter Den Laune in der Wettergötter Haarstwald, weil du nichts anderes tun kannst.

00:22:58: Draußen top den Sturm, du kannst nix anderes tun.

00:23:01: Hände an der heißen Tasse tee wärmen und zusammensitzen hoffen bieten dass das Wetter wieder besser wird.

00:23:07: Und es hat immer einer die Geschichten vom Everest ausgepackt Die großen Abenteuer.

00:23:13: und dann saßen diese Männer Diese Kerle da und haben mit leuchtenden Augen von diesem Berg erzählt.

00:23:23: Und ich habe gedacht, Wahnsinn!

00:23:24: Was ist das nur?

00:23:26: Der war so viel größer als alle anderen Berge.

00:23:32: Das war so berührend jedes Mal und ich habe ganz aufgedacht, dass da werde ich nie dabei sein und so eine Traurigkeit auch verspürt.

00:23:39: Was ich aber auch gelernt habe ist, dass die nie alleine gegangen sind.

00:23:44: Also da war immer ein Team dabei, da waren immer Sherpas dabei, Da waren köcheausgebildete Höhenköche dabei... Das war überhaupt nicht wichtig, dass jeder den größten Rucksack trägt.

00:23:55: Sondern es war ein Team Effort.

00:23:57: und ich habe schon mit der Zeit gemerkt... Ich bin gut im Team!

00:24:00: Ich kann mich gut connecten mit den Menschen.

00:24:05: Obwohl ich nicht den rüsten Rucksacks tragen kann aber auch einen wertvollen Beitrag im Team.

00:24:12: Und dann hab' ich mich getraut irgendwann.

00:24:15: Wie war dieser Moment?

00:24:16: Erinnerst du dich noch daran das du gewusst hast bis du morgens aufgewachten hast gedacht Jetzt mach ich's.

00:24:22: Ich weiß, ich bin bereit!

00:24:24: Ich mache es.

00:24:24: oder wie geht so was?

00:24:26: Das muss man ja dann auch irgendwann mal artikulieren und Leuten in die Augen schauen und sagen So Freunde der Sonne jetzt gehts auf dem Everest.

00:24:36: Also dieser total entschlossene Moment kamen sechs Wochen vorher erst.

00:24:41: Aber es gab so zwei drei Schlüsselmomente.

00:24:44: Es gab den einen Wo wir waren am Choyou, das ist ein kleiner Achttausender.

00:24:50: Sechs höchster Berg der Welt.

00:24:53: Der

00:24:53: Choyous

00:24:54: klingt so süß!

00:24:55: Ja genau.

00:24:56: Der ist ein Einstiegsachtausende.

00:24:58: also wenn man jemals träumt von den ganz großen Bergen dann galt er damals so als Einstiegsachtauser.

00:25:05: da kann man das mal ausprobieren wie man mit der extremen Höhe zurechtkommt auch mit diesem wochenlangen Lagerleben.

00:25:11: das sind sieben acht

00:25:12: Wochen

00:25:13: wo man lebt mit anderen Menschen zusammen dicht und dicht im Zelt auf einer dünnen Gummimatte.

00:25:18: Das ist schon auch hart, also das muss man mögen sonst ist es nichts.

00:25:23: Und da auf dem Tourview war ich damals mit einer großen Gruppe von Englern Amerikanern und als es zum Gipfel ging ... Ich habe mir am Anfang sehr schwer getan... nicht akklimatisiert und bin oft schon ein bisschen zurückgelassen worden auch im Team.

00:25:38: Und die Hoffnung war nicht groß, dass ich da aufsteige aber als wir dann über sieben tausend Meter aufgestiegen sind habe ich gemerkt es bei mir was passiert das ich plötzlich die anderen überholen kann dass meine Akklimadisierung die am Anfang so schwach war plötzlich stark war.

00:25:53: und ich weiß ich bin also die erste gewesen, die auf sieben tausend Fünfhundert Meter aufgestiegen ist.

00:25:58: Und es ging mir so gut!

00:26:00: Es hat geschneit und das war so schön und ich hatte so einen Zugriff auf meine Kraft.

00:26:08: Da habe ich gewusst als ich da oben im Zelt saß... Gut dann hat's viel zu viel geschneiht, dann war Lawinen gefraucht, da mussten wir Gipfelsturm abbrechen nach sieben Wochen und sind zurück nach Kathmandu gefahren.

00:26:20: Ich bin damals abgestiegen.

00:26:21: alle sind abgestiegene war natürlich eine große Enttäuschung für alle.

00:26:26: Aber damals bin ich aufgestiegen und unser Nachbar war der Russell Brice, also der Expeditionsteil mit dem ich dann am Everest war.

00:26:34: Und er hat gesagt als wir in Kathmandu zurück waren, hat er den anderen erzählt, ihr werdet das nicht glauben?

00:26:38: Ich habe noch nie jemanden gesehen, der von einem Gipfelabbruch singend ins Basislager absteigt.

00:26:46: Nicht, dass sie eine gute Sängerin ist.

00:26:48: Aber das Sie gesungen hat... Daxex hatten ihn total umgehauen.

00:26:51: Was hast du denn so gesungen?

00:26:52: Auch irgenblalala...

00:26:54: Lamontalara oder...?

00:26:56: Gar nichts aufreplosch an irgendein Abba-Song und sowas was easy zum singen isst!

00:27:02: Und dann hat mich der Henry, weil er auch teilweise in anderer Bergführung gewesen ist und gesagt, komm Helga das hast du jetzt verdient.

00:27:07: Du kommst so mit mir auf einmal da Blam.

00:27:10: Nachdem wir am Choyu schon erklimatisiert ja waren aber an der Blam ist ein schwieriger fast sieben Tausender direkt vorm Everest Aber technisch sehr anspruchsvoll was jetzt nicht so mein Problem war, weil ich ja eine technisch ganz gute Bergsteigerin war von der Kletterhalle.

00:27:26: Und dann bin ich da mitgegangen und sind wir zum Gipfel aufgestiegen.

00:27:30: Und der Babo das war unser Schärfer schon am Choyou gewesen.

00:27:33: Der war so nett!

00:27:34: Also er ist mit uns aufgestiegen und stand am Gipfel und hat mir die Hand gereicht und habe mich hoch gezogen und hat gesagt, Didi – die nennen mich immer Didi, große Schwester – Didi Now You're Ready für Tschommolungma.

00:27:48: Und dann hat er zum Everest drüber gezeigt.

00:27:50: Und Tumulungmar heißt Mutter Göttin der Erde, so nennen die Schabers und Titibeta den Mount Everest.

00:27:56: And I said, did you know your ready?

00:27:58: Also jetzt bist du bereit für den großen Berg!

00:28:01: Helga ist dir irgendwann bewusst geworden dass du... Das noch nie eine deutsche, eine erfolgreiche Besteigung des Everest hingelegt hat.

00:28:12: Man muss jetzt vielleicht die traurige Geschichte mal kurz erzählen, die dem Ganzen vorausgeht.

00:28:17: du bist nicht die erste deutsche Frau, die auf dem Gipfel des Everest stand.

00:28:21: das war Hannelore Schmatz im Jahr Die erste, die ist

00:28:40: erfolgreich.

00:28:40: Nicht als die erste Deutsche, die oben stand?

00:28:42: Ja genau!

00:28:44: Damit taucht sich jetzt keiner uns Leserbriefe schreit und sagt sie war nicht die Erste auf dem Gipfel.

00:28:49: Nein das war Hannelore Schmatz das sagen wir ganz klar.

00:28:52: aber schön ist nicht nur wenn man hoch kommt sondern auch wenn man danach erzählen kann wie es war.

00:28:58: ja also im großen buch und ich wusste das damals ja nicht hatte mit den deutschen Bergsteigern jetzt nichts zu tun, weil ich ja als ich in Deutschland gelebt habe nicht bergestiegen bin.

00:29:09: Ich war kein DAV-Mitglied und ich war auch noch nie auf einer Hütte gewesen vorher.

00:29:13: Ich hab in New York angefangen und bin dann immer international geklettert.

00:29:19: also ich war nie mit einem Deutschen oder mit einem Schweizer oder Österreichischen Team unterwegs waren Engländer, Amerikaner und Neuseeländer.

00:29:29: Und ich habe mir da auch nie Gedanken drüber gemacht.

00:29:31: Ich habe früher auch immer gedacht, der Randarmester ist deutscher deswegen.

00:29:36: Ich dachte die Deutschen sind ein solches Bergsteuerfolg.

00:29:40: Da waren sicher schon viele oben...

00:29:43: Hätte ich auch gedacht als ich gehört hab, neunundneunzig?

00:29:46: Da habe ich auch gedacht wie erst neun und neunzig!

00:29:49: Es war vor mir auch keine Österreicherin oben und keine Schweizerin.

00:29:54: Also im ganzen deutschsprachigen Raum war es...

00:29:56: Du bist die erste Deutschsprache, die dieses erfolgreich hingelegt hat.

00:30:00: Ich habe das erst erfahren als ich zurückgekommen bin.

00:30:02: Da gab's die Liz Holly.

00:30:06: Die hat über viele Jahre Buch geführt also über fünfzehn Jahre dort akribisch wer wann wo aufgestiegen ist und die hat das unserem Bergführer erzählt weil der muss immer Berichterstatten wer wann woh am Gipfel war.

00:30:18: und dann hat sie gesagt ach!

00:30:19: Das ist die erste Deutsche die erfolgreich

00:30:22: war.

00:30:22: Aber jetzt hast du gerade erzählt, wenn man da sitzt und wartet, weil es wetterschlecht ist.

00:30:26: Man erzählt sich die Geschichten im Vorgeil.

00:30:29: Da erzählt man sicherlich wie toll das ist, wie traumhaft es ist, vielleicht auch die Erlebnisse sind.

00:30:34: aber du hast grade angesprochen Es war eine Frau um, die es nicht nach unten geschafft hat.

00:30:38: Und es ist ja nicht so dass es ungefährlich ist, man trifft glaube ich auch hier und da immer wieder auf Menschen die dann da liegen, weil sie teilweise gar nicht mehr mitgenommen werden.

00:30:46: Das ist ja die Kehrseite Die unglaubliche Gefahr, die Lebensgefahr Denn Du weißt ja nicht wenn Du raufsteigst.

00:30:52: Ich glaube auch die, die in den neunundsiebzig hoch ist hat sicherlich nicht damit gerechnet dass sie nicht mehr runter kommt.

00:30:56: Hat dich das vorher beschäftigt?

00:30:58: oder blendet man das aus?

00:30:59: Oder überwiegt dann doch die Lust auf das Tolle?

00:31:02: Das ist ja unglaublich gefährlich darauf zu steigen!

00:31:05: Also ich finde nicht und ich war mir der Gefahr ganz klar bewusst.

00:31:12: also es ist wie wenn ich in Outdoor bin so schnell fahre dann weiß ich auch dass sich wahrscheinlich geblitzt werde Autounfall haben werde und so ist es beim Berg.

00:31:22: Es klingt jetzt so doof, aber ich finde man kann auch sehr behutsam in die Berge gehen.

00:31:31: Das Bewusstsein für das Risiko muss hoch sein und nicht Lust umzudrehen, aber die Bereitschaft umzutrehen wenn es zu gefährlich wird muss groß sein.

00:31:44: So bin ich immer in die Berge gegangen.

00:31:46: Es gibt natürlich auch was Schicksalhaftes in den Bergen, das hat man vielleicht jetzt in den letzten Jahren mehr gesehen wenn ganze Bergfronten herabstürzen riesige Gletscher wie in Nepal vor einem Monat hinunterbrechen und ganze Dörfer unter sich begraben.

00:32:04: Das schon!

00:32:06: Aber ich fand dass man auf den Everest sehr behutsam steigen kann.

00:32:09: Ich habe mir einen sehr guten Den besten fand ich für mich Expeditionshalter ausgesucht.

00:32:15: Der hat noch niemanden verloren, der ist der Erste wenn das zu gefährlich wird, der umgedreht hat... Also die Bereitschaft muss hoch sein, das zu investieren, um die Zeit am Berg zu genießen und dann nach Hause zu kommen, wenn es zu gefährlig wird.

00:32:32: Fast alle Bergsteiger, die am Everest sterben, sterben nachdem sie den Gipfel erreicht haben weil sie den Rückweg nicht mehr schaffen nur aus einem Grund weil sie beim Aufstieg ihren Umkehrzeitpunkt überschritten haben.

00:32:45: Also die haben ihre Kräfte überschätzt und sind trotzdem weitergegangen.

00:32:49: Und setzen sich beim Rückkehr, beim Herabkommen.

00:32:53: Deswegen liegen die meisten über acht Tausend Metern.

00:32:55: Schon wenige Stunden nach dem Gipfel setzen sie sich nieder und finden nicht mehr die Kraft wieder.

00:33:00: Was heißt der Umkehrzeitpunkt?

00:33:02: Bestimmt man den selbst wenn man sich einschätzte?

00:33:05: oder gibt es irgendwas?

00:33:06: Erklär uns das ein bisschen?

00:33:07: Der

00:33:07: Halbzeitpunkt!

00:33:09: Das musst du dann selbst einschätzen?

00:33:10: Der Gipfel

00:33:10: ist nur der halbe Weg.

00:33:12: Also du musst wieder zurückkommen.

00:33:13: Klar, das runtergehen ist jetzt schon nicht so kräftezehrend wie der Aufstieg aber Du bist natürlich auch auf der anderen Seite deiner Kräfte.

00:33:23: Du bist müde!

00:33:24: Du hast diesen Gipfel nicht mehr vor dir.

00:33:26: Du musst ihn unter ins Lager absteigen und ich finde Absteigen immer schwieriger als Aufsteigen Nicht weil man mehr Kraft braucht sondern weil die Konzentration viel größer sein muss um diese Müdigkeit entgegenzuwirken.

00:33:40: Und da muss man – und das lernen wir am Berg, weil wir auch von ab und ab und abstiegen um alle Höhenkämpfe einzurichten.

00:33:47: Um uns zu akklimatisieren.

00:33:49: Man lernt Stück für Stück seine Grenze zu erkennen und zu wissen.

00:33:55: Also den Zeitpunkt muss man erkennen können, auch in den Alpen.

00:34:00: Lässt man sich da blenden?

00:34:02: Euphorie die einen trägt, weil man sieht da oben ist der Gipfel.

00:34:06: Ich bin schon so lange gegangen es ist jetzt nicht mehr soweit.

00:34:09: ich gehe jetzt noch weiter.

00:34:11: Der Ehrgeiz ist das Problem?

00:34:17: Das Problem ist das Ego gehen zu lassen.

00:34:23: Den kritischen Moment ist zwei Stunden vor dem Gipfel wenn du ihn schon siehst und du weißt jetzt... ...ich könnte ihn erreichen aber ich werde die Kraft nicht haben zurückzukommen Aber

00:34:34: sich das einzugestehen,

00:34:36: oder?

00:34:36: Ganz ganz schwer.

00:34:39: Ich glaube auch in den Alpen sind viele der Unfälle wenn die Menschen nur ihren Gipfel... Also wenn sie ihr Ego würd ich es vielleicht mal nennen also diesen unglaublichen Ehrgeiz die man ja auch braucht, sonst würde man ja gar nicht losgehen.

00:34:55: Aber wenn man den muss man irgendwann am Berg in dieser Situation ablegen und muss sagen sich eingestehen heute ist nicht mein Tag ich habe es falsch eingeschätzt das Wetter ist doch anders meine Kräfte Ich hab' den Zugriff nicht.

00:35:08: Und jetzt drehe ich um.

00:35:10: Die Berge sind keine Frösche, die püpfeln nicht davon.

00:35:13: Das hat unser Arzt da um es gesagt.

00:35:15: Dann kommt man wieder und probiert es nochmal.

00:35:19: Ich glaube, je größer der Berg und das gilt auch für andere Herausforderungen im Leben.

00:35:24: Wenn man sich was Großes vornimmt, wo man viel Energie frei setzt weil es dann immer ein Abenteuer ist, was wildes ist.

00:35:33: Man geht aus einer Landkarte hinaus und entdeckt etwas Neues und dann ist natürlich viel Energie da, das auch leisten zu können.

00:35:40: Ich glaube größeres Abenteuern ist dass du größer musst die Bereitschaft sein um zu drehen, wenn der Moment

00:35:45: kommt.

00:35:45: Hat sich da auch was verändert?

00:35:47: denn in den neunzigern waren ja so meine Wahrnehmung natürlich die ich sage jetzt mal die Profis die Reinhold Messners das war ein Bergsteiger durch und durch die sie dann vielleicht überschätzt haben.

00:35:57: Inzwischen ist es ja sowas Reinholt Messer ja auch kritisiert man sieht ja Bilder von Karawahnen die auf diesen Mount Everest ziehen.

00:36:03: weil ich habe das Gefühl jeder der irgendwas noch erreichen will der sagt Ich geh da rauf gibt einen Haufen Geld aus.

00:36:10: Hat sich da was geändert, ist es ein bisschen ein Mount Everest-Tourismus geworden?

00:36:13: Wie siehst du das?

00:36:15: Ja, das glaube ich schon.

00:36:18: Das hat man zu meiner Zeit auch schon gesagt.

00:36:20: Ich hätte vielleicht auch in die Kategorie gehört am Alter moderateren aus New York, die plötzlich das Bergsteigen entdeckt hat und dann auf den Everest geht.

00:36:29: Das war auch damals schon schwierig.

00:36:31: also das war aber auch meine Not zu einschätzen zu können, bin ich den anderen Weg und eine Belastung.

00:36:39: Und übernehme ich mich dabei?

00:36:42: Das war schwierig!

00:36:44: Ich finde es ganz schwer zu sagen wer darf und wer nicht darf.

00:36:48: Es ist so ein... Ja aber wenn man grundsätzlich die Bilder anschaut das sind viele Menschen dort Weil das Equipment besser geworden ist, die Ausrüstung besser geworden.

00:36:59: Ist die Scherberleistung besser?

00:37:01: Ist die Infrastruktur am Berg besser?

00:37:05: Die Vorakklimatisierung zu Hause stattfinden kann und dann Sauerstoffgebrauch viel normaler geworden ist und viel höher liegt auch pro Bergsteiger.

00:37:16: Also die steigen mit viel mehr Flaschen auf, als wir damals gestiegen sind.

00:37:19: Damals war wirklich nur über acht tausend dass man Sauerstoffs benutzt aber jetzt benutzen sie teilweise auf sechs fünf schon Sauerstof was irre ist.

00:37:27: also was gut.

00:37:28: damals hat man auch gedacht es wäre über achttausend zu benutzen.

00:37:31: der Messner ist ohne gegangen.

00:37:33: Es ist so eine natürliche.

00:37:36: Ich glaube überall auf der Welt, wo wir hinschauen sind.

00:37:38: Es sind immer mehr Menschen und wenn mehr Menschen sind es sind immer auch mehr Menschen dabei die vielleicht da nicht wirklich hingehören.

00:37:45: Wo du denkst Mensch magst du nicht vorher noch ein paar andere?

00:37:49: Also früher hat man ganz normal mindestens einen acht tausender vorher gemacht damit man's auch genießen kann damit man weiß mein Körper macht das mit mir.

00:37:58: ich kann das

00:38:01: Herrga, jetzt kommt die Frage auf dich schon so lange wartet.

00:38:04: Die, die mich umtreibt.

00:38:06: Nimm uns mit!

00:38:07: Nimm wir uns mit auf die letzten Meter.

00:38:09: wie ist das?

00:38:10: Wenn man die letzten Metern vor der größtmöglichen Herausforderung steht und da oben hoch geht.

00:38:19: Wir sitzen jetzt mit dir im Bivark, draußen um uns rum hier in Herrschaftszeiten stürmt und erzähl' uns deine Geschichte vom Everest – wie fühlt sich dieser Moment an?

00:38:31: Die verpönte Sportreporterfrage!

00:38:32: Jetzt muss ich Sie einfach mal stellen….

00:38:34: Wie ist

00:38:35: das?!

00:38:36: Also der Giffel war... Das erzähle ich gleich.

00:38:39: Aber was für mich der größere Moment war, wir sind ja um Mitternacht aufgebrochen und war fast voller Mond über unserem Zelt gestanden.

00:38:49: Es war kalt, minus thirty-five Grad.

00:38:51: Wir waren so wie Sardinen im Zelt gelegen und haben geruht.

00:38:55: Schlafen kann man nicht wirklich...

00:38:57: Wie hoch wart ihr da?

00:38:57: Wo wart

00:38:58: ihr?

00:38:58: Achttausend dreihundert Metern auf der Nordseite ist das höchste Campingplatz der Welt.

00:39:02: Also fünfhundert Meter unter dem... Bisschen schräge

00:39:05: Lage auch so dass wir jetzt nicht... also es war schon gemütlich aber nicht so gemütliche Zuhause.

00:39:10: Und dann sind wir aufgebrochen und zwar schon hart am Anfang den Körper in Bewegung zu bringen Schritt für Schritt Rhythmus zu finden diese Maske Die Mann, die man ja mit drei Gummi Schnüren um den Kopf herum gebunden hat.

00:39:23: Das ist schon auch ein Schwierig zu gucken weil das Gesichtsfeld sehr eingeschränkt ist.

00:39:28: und Ja da sind wir so durch die Nacht gestolpert und sind dann recht steil aufgestiegen Und ich bin immer nur dem Lupsange daher.

00:39:34: Ich habe einfach nicht auf die Uhr geschaut, nicht auf Zeit gar.

00:39:38: Ich bin trap-trap-trapp dem Lubsang.

00:39:39: Wir waren in zweier Teams eingeteilt.

00:39:42: Ich mochte ihn sehr gerne.

00:39:43: Der hat so eine ganz ruhige, besondere Art gehabt und irgendwann plötzlich muss es so vier Uhr morgens gewesen sein.

00:39:50: Standen wir auf dem Grad also von der Nordseite wenn man auf den Everest steigt was in den Medien nicht so bekannt ist weil das die unbestiegene Seite ist.

00:39:59: Das Everest war technisch ein bisschen anspruchsvoller Und im Moment gesperrt.

00:40:03: deswegen konzentriert sich alles auf die Südseite.

00:40:05: aber rauf und man steht immer vor dieser riesigen Nordwand, die wie so eine Göttin über einem steht.

00:40:13: Und du hast immer das Gefühl diese kalte Wand werden wir niemals drüber

00:40:16: kommen.".

00:40:17: Dann standen wir auf der Mauer oben auf dieser Nordwand und da ist wie so ne Schneewächte vom Wind geformt und wir sind ganz vorsichtig nach vorne gekrocht.

00:40:28: Der Mond war gerade untergegangen in den Wolken und es war so eine unglaubliche Stille, die sich ausgebreitet hat.

00:40:34: Vor uns konnten wir in die Teller von Nepalin unterschauen.

00:40:38: Und vor uns war die Ostwand, die wie so ein riesiges weißes Meer in die Tiefe rauscht und die Sterne so geglitzert haben auf diesem Schneefeld.

00:40:47: Ich hatte das Gefühl, dass die ganze Welt jetzt unter den Wolken schläft.

00:40:51: Wir sind die einzigen in dieser Nacht über die Welt wachen.

00:40:55: Das war ein unglaublicher Moment!

00:40:59: hat sich so tief in mein Herz einen gebrannt wie kein anderer Moment am Berg.

00:41:06: Das war so und wenn ich so im richtigen Leben Schwere gezeigt habe, auch Kämpfe was man erstaunlicherweise doch tut obwohl man am Everest war dann denke ich immer an diesen Moment wo ich mit Lupsang im Schnee gekniet hab von denen aus geschaut

00:41:20: hab Was hört man da?

00:41:23: Pfeifzer der Wind oder ist es da still oder ist das ganz furchtbar laut?

00:41:26: Das einzige, was ich das Gefühl hatte des Gürtel war mein Herz.

00:41:30: Dieses Puppum und mein Atem.

00:41:34: Es war ganz, ganz still!

00:41:36: Und so sehr ich oft mit mir gehadert hab am Berg und auch viele Momente gab wo ich am liebsten Heim gefahren wäre und dieses ganze Abenteuer vergessen hätte und auch keine Bloody Hard Work mehr am Berg... Ich hatte in dem Moment das Gefühl jetzt weiß ich warum ich hierher gekommen bin Ich weiß das jetzt, ich weiß dass hier sind die Götter zu Hause.

00:41:59: Und es war so... Das war auch so mein... Das was mich zu den heiligen Bergen gebracht hat.

00:42:05: Die Tibetan und Sherpas verehren den Mount Everest ja sehr als Muttergöttin Und haben so täglich Rituale mit ihr zu kommunizieren.

00:42:14: Es hat mir viel Kraft gegeben am Berg.

00:42:16: Aber als ich da oben in dieser Nacht im Schnee gekniet habe Da hab' ich gespürt, dass die Gölter da sind

00:42:23: Und dann muss man sich irgendwann lösen und doch weitergehen, ob es noch

00:42:26: so schön ist.

00:42:26: Ja!

00:42:26: Dann sind wir weiter aufgestiegen.

00:42:28: Da hat Lupsang gesagt, Helga, hurry, hurry chicken curry we have to go... ...und dann kam der Himmel von der Erde sich getrennt und dann kam die Sonne und ach die Wärme zurück und dann sind wir auf den Gipfel zugegangen.

00:42:45: Ich war erstaunt.

00:42:46: Ich dachte immer, was natürlich nicht richtig gewesen wäre aber ich würde auf allen Vieren griechen weil ich so erschöpft wäre.

00:42:51: Aber es war ich überhaupt nicht.

00:42:52: Ich war so stark und bin klar alle ein zwei drei vier Schritte und dann atmen, atmen ,atmen.

00:42:59: Zwei drei vier Schritte und ja wir sind drauf zugegangen.

00:43:03: und irgendwann ist das ein komisches Gefühl für irgendwann ist der Berg zu Ende du drehst dich und drehest dich plötzlich nur noch blauer Himmel.

00:43:10: Es ist nichts mehr über dir.

00:43:12: Das war toll, es war ein völlig windstiller und warmer Morgen.

00:43:18: Also warm ist minus zwanzig, minus zwanzig Grad, das war für uns schon warm dort.

00:43:25: Das war so ein Hauch in der Luft.

00:43:27: Manchmal hat man das hier in den Bergen auch, wenn es so ganz kalter Morgen ist, dass diese Kristalle in die Luft fliegen wie so Sternenstaub irgendwie und das war dort.

00:43:37: Und ich weiß wir saßen da im Schnee eine Stunde und haben über die Welt hinaus geschaut.

00:43:43: Kann man so

00:43:43: lange da oben bleiben?

00:43:45: Wir

00:43:45: waren so früh!

00:43:46: Die anderen waren gerade abgestiegen, die vor uns waren und wir wollten auf die Anderen warten aus unserem Team, die noch nachkommen.

00:43:54: Dann saßen wir down top.

00:43:56: Wie die Mutter Göttin hinausgeschaut über ihr ganzes Reich, den ganzen Himalayas war unglaublich, unglaublich schön.

00:44:04: Denkt man in so einem Moment aber auch schon daran dass man wieder runter muss oder auf den letzten Metern das man weiß hat man das im Kopf?

00:44:16: Dass der schwierigste Teil.

00:44:17: hast du uns gesagt, dass er noch kommt?

00:44:19: Ja sehr abschick!

00:44:23: Ganz tief in mir hat das schon geschlummert, aber nicht oben.

00:44:27: Das war dann der Russell, der uns am Funke-Rett begleitet hat und unser Bergführer, der das gesagt hat.

00:44:32: Und der Küchenchef, der auch ... Wir waren über Funkgeräte verbunden und da ist direkt guter Kontakt mit den Funkeretten.

00:44:42: Die haben uns ermahnt!

00:44:43: Die haben gesagt Helga ihr wartest eine Stunde am Gipfel, die Zeit Sauerstoff wieder anziehen

00:44:48: Abstand.

00:44:48: Dann nimmt man die Maske darunter, sitzt man da ohne wirklich und holt bald tief Luft!

00:44:55: Wenn man sich nicht bewegt merkt der Sauerstoff macht keinen so dramatischen Unterschied.

00:45:00: Wir sind mit zwei Litern die Minute gegangen, das ist jetzt nicht so viel und den Unterschied merkt man nichts.

00:45:07: Eins was man merkt was ich dann schon gemerkt habe deswegen ist mir nicht so schwer gefallener aufzubrehen Ist die Finger werden kalt also der Körper wird nicht mehr so gut versorgt Die Füße werden kallt weil du nicht mehr in Bewegung bist.

00:45:17: Und als er Lobstein gesagt hat wir müssen wir müssen und dann hab ich gesagt okay ja so gut danke.

00:45:23: Ich wäre am liebsten da geblieben und hätte den Sonnenuntergang angeschaut.

00:45:27: Der ist sicher der schönste Sonnen-Untergang in der Welt!

00:45:30: Und wie viel Uhr seid ihr dort angekommen?

00:45:32: Um acht Uhr morgens.

00:45:34: Es wär noch eine lange Zeit gewesen, bis zum Sonneuntergang

00:45:35: war.

00:45:35: Ich wollte dir jetzt gerade sagen, weil du sagst, um Mitternacht los, ich dachte Sonnenunzergang...

00:45:39: Ja na ja, also ich mein auf vierundzwanzig Stunden mal dort oben zu sitzen so den den Mond aufgehen zu sehen, die Sonne geht unter die Sterne kommen und dann wandert dieses große Sternenwild.

00:45:52: Also das muss wahnsinnig sein!

00:45:55: Ich verstehe warum so viele Bergsteiger sich so schwer lösen können wieder davon und am Rückweg vielleicht auch in die Probleme haben weil sie vielleicht auch kein so starkes Team haben was fest vereinbart hat dass wir uns gegenseitig erinnern aufeinander aufpassen bei so einer Expedition extrem wichtig, dass du jemanden hast im Ohr oder am Funkgerät der Sackhelder.

00:46:20: Wenn ihr jetzt nicht ein bisschen schneller geht dann schafft dir den Umkehrzeitpunkt nicht oder ihr seid gut in der Zeit, ihr könnt euch mehr Zeit lassen gehen, etwas langsamer damit euch die Kraft her.

00:46:30: Also der einem begleitet wie so einen Coach von unten und das hat unser Bergführer gemacht und es war ein riesiger Vorteil für unsere Sicherheit an Berg.

00:46:39: Wie habt ihr da unten Feiert man?

00:46:42: Ich hatte immer die große Freude mit Peter Habeler zu sprechen.

00:46:44: Und der hat erzählt, nachdem er mit Reinhold Messner ohne Sauerstoff oben war kam er runter eine schöne Geschichte und haben sich unten eine Flasche Whiskey aufgemacht.

00:46:53: Und dann steht plötzlich Sean Connery, der hat etwas gedreht... Und die kannten natürlich schon Connery und waren fix und fertig.

00:46:59: Und war natürlich, wie man vom Berg kommt nicht besonders toll angezogen.

00:47:02: Das war ein fast peinlich!

00:47:03: Und dann haben sie sich gegenseitig erklärt, wie toll sie sich finden.

00:47:06: Also die beiden Bergsteiger haben gesagt du bist ja schon Connary und der hat gesagt ihr kommt von dem Achttausend.

00:47:11: Aber die haben natürlich gefeiert.

00:47:13: Hat man da noch Kraft zu feiern oder will man gar nicht?

00:47:16: Oder wie macht

00:47:17: man das da?

00:47:17: also wir sind abgestiegen bis Camp zwei Und der Scherpersbisscamp eins, aber zwei von uns sind bis Camp vier nur abgestiegen und sind in Schwierigkeiten.

00:47:26: Der kommt dort oben und einer hat dann auch seine Brille verloren beim Aufstieg.

00:47:31: einer von den Scherpern ist blind geworden also nicht blind aber Schnee blind geworden.

00:47:35: es war wahnsinnig schmerzhaft und das war schon ein Akt ihn runterzubringen wo er fast nichts sehen konnte.

00:47:42: und auch der Kusoka der Japaner der sich so schwer getan hat der so erschöpft war.

00:47:47: Also es war ja noch ein Akt alle wieder heil ins Basis Lager zu bringen und dann den ganzen Berg auch wieder aufzuräumen.

00:47:53: Also uns ist das Basecamp Team entgegen gekommen, man hat uns geholfen.

00:47:57: die Zelte, die Schlafsäcke, Kochgeschirr... Das muss ja alles wieder runter, das kann ja nicht am Berg bleiben!

00:48:02: Also das war noch, hat noch zwei Tage gedauert bis alle wirklich zurück waren, alles Gepäck wie da unten war ... Man hat dann die Tasse Tee in der Hand und geht vor dem Zelt im vorgeschobenen Baselag, es ist auch noch auf sechstausend vierhundert Metern schon nahe am Berg.

00:48:19: Ich bin immer nach Hause gegangen und habe geguckt, da waren wir auf.

00:48:24: Das dauert so lange bis es einzieht.

00:48:26: Und erst als wir alle im unteren Basislager waren dann drei Tage später und alles aufgeräumt war und auch alle wirklich heil vom Berg waren die anderen Teams dann wirklich gefeiert.

00:48:38: Aber nicht mit Whisky.

00:48:40: Wir hatten Laserbier!

00:48:42: Du hast ja deine Erlebnisse gerade am Everest und auf den anderen Bergen umgearbeitet, du bist unterwegs, du gibst Vorträge und erklärst auch wie man diese Sache die man braucht, diese Geduld, diese Entscheidungskraft zu sagen.

00:48:53: ich schaff das Ziel einfach nicht aber ich muss einfach auf mich selber aufpassen.

00:48:57: was sind die wichtigsten Erkenntnisse die du da weitergibst?

00:49:00: Was hast du am meisten aus dieser Zeit mitgenommen fürs... Ich sage jetzt mein Anführungsstrich normale Leben.

00:49:07: Also was ich am meisten mitgenommen habe, ist dass das Team, was man hat größer ist als man denkt.

00:49:16: Es sind ja oft große Herausforderungen die man sich selber aussucht oder die von oben zugeteilt werden also Krankheiten und Schwierigkeiten.

00:49:26: Ich glaube jeder Mensch hat einen Everrest und wahrscheinlich auch mehrere in seinem Leben Und dann kommt der Tag wo es vor dieser Nordwand steht und denkt das schaffe ich nicht Das übersteigt die Vorstellung von dem, was ich kann.

00:49:42: Manchmal kommt der Chef auch und sagt nix, das machen wir mal fünf Millionen oder Milliarden.

00:49:47: und das Team sitzt da und denkt sich, das schaffen wir nicht!

00:49:52: dann komme ich zu dem Moment, wo man sich umschauen muss und sagen muss okay.

00:49:59: Ich bin ja nicht alleine.

00:50:00: also für mich auch ein Buch zu schreiben zum Beispiel, wo ich dachte das kann ich nicht.

00:50:04: Und habe gesagt naja ich bin da nicht allein.

00:50:06: Ja ich kenne schon Leute und da muss man dann ein bisschen kreativ werden.

00:50:10: Wen kenn' ich denn eigentlich?

00:50:11: Wir hatten schon mal einen Buch geschrieben.

00:50:13: wen könnte ich fragen?

00:50:15: wer hilft mir, wer macht die Probelesungen, wer berät mich?

00:50:19: mit wem kann ich mich austaschen?

00:50:22: Da gibt es viel mehr, als wir auf den ersten Blick denken.

00:50:26: Und so ist das im Team auch am Everest.

00:50:28: Wir waren... Also da waren zwei T-Beta dabei, zwei Jagdpaar also die Jagdherder sind, die uns bei der Logistik unterstützt haben mit den Jagds, die zum Beispiel ein ganz wichtiger Teil unseres Teams waren.

00:50:39: Die werden am Anfang wahrscheinlich nicht aufgefallen aber Einer von ihnen ist am Anfang, ganz am Anfang.

00:50:46: Also wir aufgestiegen sind als die Männer alle davon gelaufen sind weil sie auch beweisen mussten dass sie stark genug sind, guten Eindruck beim Bergführer schinden mussten und ich bin zurückgefallen, zurückgefallen, zurück gefallen und dann richtig schlechten Tag.

00:50:59: Und der ist bei mir geblieben.

00:51:01: Der hat sich immer wenn ich mich hingesetzt habe mich auszurunden Dann hatte er sich nicht weit von mir auch hingesetzt so getan, misste an seinem Schuh was richten oder so und hat Kein Englisch gesprochen Ich kein Tibetisch Aber immer wenn ich zu ihm geschaut habe, hat er mich angelächelt.

00:51:18: Mit so viel Zuversicht, dass ich dachte okay jetzt probiere es noch ein bisschen mehr und das... Ich glaube wir haben alle solche Menschen in unserem Leben und ich glaube so dieses.

00:51:28: dieser erste Schreck des allein vor einer so großen Herausforderung zu stehen ist die Besinnung auf mein Team.

00:51:35: Und das zweite ist dann was der Russell mit uns gemacht hat am Everest ist.

00:51:39: Er hat uns auf einen Nachbarberg geführt Auf einem kleineren sechstausender um uns den Berg mal anzuschauen, so aus der Nähe und hat uns die einzelnen Camps gezeigt.

00:51:48: Weil es ist klar in einem Schwung kannst du nicht hinaufsteigen.

00:51:51: also dann hatten wir den Berg so in kleinere Stücke aufgeteilt und dann wurde jede Etappe wieder in kleineren Stücken aufgeteilt.

00:51:58: Also erst der flache Gletscherboden, dann der erste steile Aufstieg, dann die Querung unter dem Gletschern und dann... also alles immer ein kleinerer Schritt aufgedeilt.

00:52:08: Und das macht es dann so machbar!

00:52:12: Und dann was auch dazu kommt am Everest, wir hatten einen richtig guten Plan.

00:52:20: Den hat der Russell ausgetüftelt über viele Jahre mit den Sherpas besprochen und wir waren gut vorbereitet.

00:52:25: Wir hatten eine Strategie Höhencamps aufbauen und auf- und absteigen.

00:52:29: Schwierige Aprilwochen des Wetter wird immer wieder schlecht und dann Mai kommt das Wetterfenster steigen wir zum Gipfel auf.

00:52:35: also es war sehr ausgeklügelt Wie man das im richtigen Leben auch macht mit großen Herausforderungen.

00:52:43: Und dann kommt immer das Wetter, was alles kaputtmacht.

00:52:46: Am Everest kommt der Jetstrom und seine Launen die Wettergötter, die jedes Mal unseren Plan... Also nicht jedes mal aber immer wieder unserem Plan zerstört haben.

00:52:57: So ist es im richtigem Leben auch.

00:52:58: da kommt Covid Krieg Strasse von Hermos, da kommen immer Dinge, die wir – obwohl wir fleißig waren und brav waren und tapfer waren und uns mühe gegeben haben.

00:53:12: Die unseren Plan zerstören!

00:53:14: Und dann hat man zwei Möglichkeiten.

00:53:16: Dann kannst du dich weinend ins Basislager setzen und lamentieren und dich über den Berg ärgern.

00:53:21: Dich untereinander streiten hättest du, dann könnten wir und wären wir nur, hätten wir weig an diesen Plan umzustellen, sondern wir bleiben dabei.

00:53:31: Den haben wir geschmiedet und den ziehen wir jetzt durch egal wie!

00:53:35: Und dich vielleicht auch in Gefahr begeben das Team verbrennen die Kräfte verbrennen von allen in deiner Bonniertheit.

00:53:42: oder du kannst sich hinsetzen und kannst sagen okay wir haben uns viel Mühe gegeben diesen plan zu machen aber wir haben auch viel gelernt und jetzt sind die Bedingungen anders.

00:53:51: und statt unsere Energie zu verschwenden machen wir jetzt einen neuen Plan mit den veränderten Szenario.

00:53:58: Und ich glaube, das sieht man am Berg so schön!

00:54:02: Ich glaube im richtigen Leben fällt uns das oft so schwer loszulassen und zu sagen... ...ich glaub an mich, ich bin stark genug.

00:54:09: Ich habe einmal einen guten Plan gehabt, den mache ich zum zweiten Mal auch.

00:54:14: Hat sich das Bergsteigen in den letzten Jahren durch das Wetter, durch den Klimawandel?

00:54:22: Du hast es gesagt, wir haben gesehen diese Gletscherstürze.

00:54:25: Wir haben im letzten Jahr dieses dramatische Unglück rund um Laura Dahlmeier erlebt die ich weiß jetzt nicht ob die Geschichte so war.

00:54:34: das was ich gehört habe ist eben durch den immer weniger stabilen Permafrost lösen sich immer mehr Felsen und Steine und diese Felsstürzen wären immer dramatischer für Bergsteiger.

00:54:45: Ist das was, was du beobachtest?

00:54:47: Was das Bergsteigen extrem... Wir reden nur über Extrembergsteigen jetzt.

00:54:51: Selbst in den Alpen passiert genug aber da oben ja noch mehr, dass es das noch gefährlicher gemacht hat?

00:54:59: Also ich finde schon.

00:55:00: Ich weiß nicht ob wir's mehr sehen jetzt weil mehr Kameras überall sind und uns das zeigen und die Medien irgendwie oder bei mir jedenfalls mehr von diesen Bildern sehe.

00:55:11: Aber ich habe das Gefühl ist sich dramatisch verändert also so schlimm wie dieser Sommer.

00:55:17: Die zehn Bergsteiger, die in Pakistan gestorben sind diesen Sommer in dieser großen Lawine.

00:55:23: Ja ich glaube manchmal gehen wir vielleicht mit alten Risiko-Ideen und Ideen noch an den Bergen, die nicht mehr so zutreffend sind.

00:55:38: Der Permafrost, wie du gesagt hast löst sich auf und die Steine fallen herunter neu bewerten.

00:55:46: Also wir dürfen uns nicht auf alte Routen am Berg verlassen, die schon immer sicher waren und nie gefährlich waren, sondern das hat sich... wirklich verändert.

00:55:55: Das Wetter ist dramatischer auch in den Bergen, also mit viel mehr Schneefall... das weiß ich jetzt nicht ob es wirklich stimmt aber so wirkt das auf jeden Fall und gleichzeitig sind immer mehr Menschen in den bergen unterwegs.

00:56:06: die Ausrüstung ist viel besser geworden, ist viel leichter.

00:56:09: meine Everest Boots haben noch zwei Kilo an jedem Fuß gewogen.

00:56:12: die wiegen inzwischen siebenhundertfünfzig Gramm glaube ich.

00:56:15: Also das hat sich dramatisch verändert.

00:56:17: auch die Jacken, die Stirnlampen alles die Möglichkeit, diese Berge zu besteigen.

00:56:26: Was dazu gekommen ist das Wetter, also das Meteor – die Wettervorhersage hat sich auch dramatisch verbessert!

00:56:32: Man kann den Wettstrumm viel besser beobachten und Stürme voraussehen.

00:56:40: Deswegen sieht man auch die vielen Menschen am Everest.

00:56:44: Also es nicht nur dass die Nordseite geschlossen ist und alle sich auf die Südseite konzentrieren sondern Also früher, das Wetterfenster kommt zweite, dritte, vierte Maiwoche.

00:56:55: Weil der Jettström immer den Gipfel berührt muss man auf das Zeitfenster warten wo der Jetström durch den herannahenden Monson vom Gipfel abrückt in Richtung Norden oder in höhere Lüfte.

00:57:06: und es ist immer Zweite, Dritte, Viertemaiwoche.

00:57:08: deswegen sehen wir diese Menschen am Everest auch immer nur im Mai.

00:57:13: also das merken wir natürlich nicht im richtigen Leben aber es ist eben nur im May dass wir über den Everest sprechen Dadurch, dass man den ... Früher war es fifty-fifty.

00:57:22: Bei uns als wir dort waren haben wir einen Wetterbericht aus London gehabt.

00:57:25: der hat gesagt ja könntest du dich vorstellen jetzt könnte das Wetterfenster kommen und dann hat der Schab der Russell die Schapas befragt und die Tibetter, die haben den tibetischen Kalender rausgeholt so ein Almanach raus geholt und haben da auch noch mal.

00:57:37: und wenn das zusammengepasst hat, hat man gesagt gut ich spüre's jetzt in der Luft und jetzt gehen wir!

00:57:43: Und die Chance war vielleicht sechzigvierzig Aber jetzt kann man mit fast hundertprozentiger Genauigkeit den besten Tag finden.

00:57:52: Und diesen Tag gehen dann alle.

00:57:54: Deswegen ist es so voll, wenn die

00:57:55: ...

00:57:56: Am Tag davor am Tag danach ist keiner mehr da?

00:57:58: Ist

00:57:58: keiner da!

00:57:59: Aber in manchen Saisons haben zehn Tage gutes Wetter weil der Jetstrom groß breit abhebt und weg ist.

00:58:07: aber meistens sind das nur zwei Tage hier einen Tag da ein Tag da.

00:58:13: Dann gehen alle an diesen einzelnen Tagen und dann entstehen diese Schlangen, die ein Albtraum sind.

00:58:19: Also sie sind als Bergsteiger das Schlimmste was

00:58:21: wir warten mussten.

00:58:23: Und dann kälte an Wärme verliest mit jedem Schritt und irgendeiner vor dir hinstolpert der da wo du denkst mein Gott...

00:58:32: Ist ja nicht ganz ungefährlich.

00:58:33: Total

00:58:33: gefährlich, total gefährlich.

00:58:35: Verzögert die Zeit und auch den Rückblick.

00:58:39: Eine Sache noch, du zeigst auch dass du nicht nur auf Rekorde aus warst und bist.

00:58:44: Sondern du hast dieser wunderbaren Gegend da offenbar auch was gegeben.

00:58:48: Du hast eine Schule gegründet mit

00:58:49: Ja

00:58:50: Du hast dort etwas ganz Tolles.

00:58:51: Erklär uns dann noch ein paar Sätze.

00:58:53: wie kam's dir dazu?

00:58:54: Das war der Kassam Mit dem ich auf der Morende saß Der mich nicht allein gelassen hat damals.

00:59:02: Den habe ich so lieb gewonnen während der Expedition.

00:59:04: Der war am Anfang sehr schüchtern Und ich vielleicht auch ein bisschen.

00:59:08: Wir konnten auch nicht wirklich miteinander reden, aber er hat mich mal gefragt wie ich heiße und dann habe ich gesagt Helga.

00:59:18: Und dann hieß sich Helikopter den Rest der Reise.

00:59:20: Und er hat immer gesagt Helikopter Tumuluma.

00:59:24: Also Helikotter?

00:59:25: Ich pflege auf dem Berg!

00:59:27: Das hat mir viel Kraft gegeben... Und im Jahr drauf habe ich mich wieder bei Russlis Expedition beworben, aber als Trecker.

00:59:34: Um dann in die Dörfer zu gehen wo der Kassang und Norbo und die anderen gewohnt haben.

00:59:41: Weil ich wollte die besuchen... Ich wollte vielleicht eine Krankenstation finanzieren weil ich hatte das Buch geschrieben und wollte irgendwas zurückgeben.

00:59:50: Dann waren wir in Kassangs Dorf und dann hat er mir das ganze Dorf gezeigt.

00:59:54: Dann habe ich gesagt, hast du mir alles gezeigt?

00:59:56: Und deine Kinder und so.

00:59:58: Aber du hast mir die Schule nicht gezeigt!

01:00:00: Ich habe gesagt, oh wir haben keine Schule.

01:00:02: Das ist ein Dorf liegt auf viertausend achthundert Metern.

01:00:06: Also das nächste Dorf mit Schule ist sechs Stunden Fußlauf entfernt.

01:00:10: Die Kinder aber müssen im Haushalt helfen und die Hälfte des Jahres mit den Tieren auf die Weide gehen.

01:00:17: Die können nicht sechs Stunden oder können in das andere Dorf, die meisten können sich das auch nicht leisten.

01:00:22: Dass das Kind ins andere Dorft sieht um die Schule.

01:00:24: und dann habe ich gesagt... Dann hat er gemeint ja sie hätten schon Platz für die Schule!

01:00:29: Und Sie haben auch die Genehmigung von der chinesischen Regierung oder Verwaltung dort aber sie haben das Geld nicht.

01:00:35: Und hab ich gesagt dann stifte ich jetzt das Geld vom meinem Buch für diese Schule?

01:00:40: Und dann sind wir am nächsten Tag von Haus zu Haus gegangen.

01:00:44: Wir haben erst mal die Kinder gezählt, wir wussten noch gar nicht wie viele es sind.

01:00:47: Hundert neunzehn Kinder.

01:00:49: und dann haben wir diese Schule geplant.

01:00:52: ich habe das Geld gebracht, die haben das Holz bestellt und alles was sie brauchen und dann hat das ganze Dorf zusammengeholfen und diese Schule selber gebaut und das war total schön.

01:01:01: weil also ich hab die Schule nie so besuchen können wirklich, also so jedes Jahr oder so.

01:01:08: Da kann man nicht hinfahren.

01:01:09: das ist mit Genehmigungen und Schwierigkeiten verbunden aber der Russell und die Sherpas haben diese Schule immer besucht wenn sie am Everest waren und haben Geld da gebracht und sich gekümmert dass es ihnen gut geht und immer wenn von der Expedition Sachen übrig geblieben sind so ein Solarpendler so dann haben Sie's ihnen eingebaut und das war... Also das war nicht nur schön was zurückgeben zu können sondern es hat die Sherbas und mich auch über all die Jahre verbunden Und ich bin immer noch im Kontakt mit ihnen.

01:01:37: Helga, wir reden schon über eine Stunde und wir könnten noch zwei Reden werden – so viele Fragen!

01:01:42: Du musst einfach nochmal wiederkommen, das setzen wir fort aber wir lassen dich nicht gehen ohne dass wir überall das Buch sprechen, was du uns jetzt mitgebracht hast.

01:01:51: Das heißt Abenteuer Heilige Berge.

01:01:54: meine Expedition zu den Göttergipfeln der Welt erscheint jetzt Mitte Oktober also passend zu unserem Podcast.

01:02:03: Wir stellen auch ein Foto bei uns bei Instagram rein, weil ich finde das ist eine ganz tolle Geschichte.

01:02:08: Was sind die Göttergipfel?

01:02:10: Welche gibt's da?

01:02:11: Gibt es einige, die kennen jeder und es gibt welche, die kennt wahrscheinlich keiner?

01:02:15: Ja genau!

01:02:15: Also meine Entdeckung fing am Everest an.

01:02:21: in dieser Gipfelnacht habe ich das entdeckt und dann habe ich gemerkt, dass es einige Berge gibt die den Menschen, die dort leben heilig sind.

01:02:28: Also die vererrt werden... Das Heilig klingt immer so komisch aber die von den Menschen verehrt werden buddhistischen Glaubens hinduistische Glauben Aber auch auch so lokale Berge Die einfach nur von dem Menschen So als Verbindung der Erde mit dem Himmel vom irdischen mit der Unendlichkeit Quelle der Kraft und des Lebens, weil sie die Wolken anziehen.

01:02:53: Und das Leben im Tal bestimmen, indem Sie das Wasser zutale führen.

01:02:58: Es ist eigentlich eine Verehrung der Natur, die dort... die ich dort erlebt habe.

01:03:04: Und da gibt es zum Beispiel den Fuji in Japan, denen kennen vielleicht die Alamas.

01:03:08: Das

01:03:08: ist dieser Große, den man da immer sieht bei Olympischen Spielen und oben diese Zuckerspitze da obendrau?

01:03:14: Der ist wahnsinnig schön!

01:03:15: Also auf manche dieser Berge muss man außenrum wandern der Kailasch

01:03:19: z.B.,

01:03:19: in Tibet aber auf manchen wie den Fuji dann muss man zum Gipfel aufsteigen zum Sonnenaufgang um die Göttin Amaterasu aus den Wolken steigen zu sehen.

01:03:28: Dann gibt's einen Olimp in Griechenland zum Beispiel wo ich gar nicht wusste, dass es den wirklich gibt.

01:03:35: Wie die Zugspitze?

01:03:38: Ich hatte immer Lateinunterricht von dem Olymp und den ganzen Homer, die Iliad übersetzen müssen.

01:03:43: Da war der Hohlenbauch dabei, Wohnsitz der Götter... Also den gibt es wirklich!

01:03:47: Und ganz viele Menschen pilgern dorthin.

01:03:49: Das ist wahnsinnig schön, der Thron von Zeus

01:03:52: Haben wir in Deutschland?

01:03:53: Gibt es einen Heidingberg in Deutschland.

01:03:55: So richtig nicht, habe ich nicht gefunden... Also der Watzmann ist vielleicht ein mythischer Berg.

01:04:01: Der ist aber jetzt immer im Buch nicht drin.

01:04:02: Für Europa steht für mich der Olymp als so der wichtigste.

01:04:07: Dann gibt es die Mondberge in Afrika den Aldoño Lengais, der Götterberg de Masai Aber auch den Schiefling in Indien, wo die Hindu glauben das Gott Shiva am Gipfel sitzt und meditiert.

01:04:20: Wo von seinen Füßen die heilige Quelle des Ganges entspringt.

01:04:24: Und es gibt über diese Werke dann Möten und Geschichten und Legenden und Göttergeschichten.

01:04:30: Das hat mich schon immer fasziniert.

01:04:33: Es geht gar nicht so darum auf jedem Berg den Gipfel zu erreichen sich dahinter aufzukämpfen sondern Ja, mehr eine Herzensreise in die Natur.

01:04:45: So eine Verbindung wieder von Menschen zu beobachten wie sie die Natur verehren und das... Ich finde wir könnten es auch tun.

01:04:55: Mehr vielleicht!

01:04:56: Vielleicht brauchen wir einen heiligen Berg in Deutschland?

01:04:59: Aber das war doch jetzt ein schönes Schlusswort.

01:05:01: Ein sehr nachdenkliches?

01:05:03: Eine Frage, die mich noch umtreibt was ist dein nächster Berg?

01:05:06: Das weiß ich noch nicht.

01:05:08: Was kann da noch kommen jetzt?

01:05:10: Da kommt sicher einer, die schleichen sich plötzlich an und dann fahre ich.

01:05:14: Dann

01:05:14: schlagen sie zu!

01:05:16: Ein unglaublich spannendes und tolles informatives Gespräch.

01:05:19: Herzlichen Dank dass du hier bei uns warst im wunderschönen Studium Herrschaftsseiten mitten in München und noch weiterhin viel Erfolg.

01:05:24: Und was sagt man am Berg?

01:05:26: Halt zum Beinbruch oder was sagt der?

01:05:27: Berg Heil sagt man gewünscht.

01:05:29: Im Himalaya sagt man Namaste.

01:05:31: Ich grüß den Gott in dir.

01:05:33: Dann verabschieden wir uns jetzt genauso von allen, die uns zugehört haben und vor allem von Helga Hänge.

01:05:37: Vielen Dank Helga!

01:05:38: Namaste!

01:05:39: Danke

01:05:55: euch!

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